Unter dem Mantel der Nacht

Unter dem Mantel der Nacht (Originaltitel: Jagte Raho; übersetzt: Bleib wach(sam)) ist ein Hindi-Film von Sombhu Mitra und Amit Moitra aus dem Jahr 1956.

Ein armer Bauer namens Mohan kommt von einem Dorf und geht in die Stadt nach Kolkata, um nach Arbeit zu suchen. In einer Nacht sucht er verzweifelt nach Wasser um seinen Durst zu stillen. Doch die Polizei, die die Straßen bewacht, verscheucht ihn von jedem Brunnen. Als er dann einen kleinen Brunnen im Innenhof eines Appartements erblickt, schleicht er durch das Tor. Bevor er jedoch einen Schluck nehmen kann, wird er entdeckt und als Dieb beschimpft. Mohan rennt in eine Wohnung, wo er Sati und Pradeep bei einem Techtelmechtel erwischt. Er wird verjagt und entkommt in ein anderes Appartement. Dort gerät er in einen Ehekrach. In einem anderen Zimmer trifft er auf einen Betrunkenen und dessen erniedrigte Frau. Ständig ist Mohan auf der Flucht oder mischt sich zur Tarnung unter seine Verfolger.
Die Polizei, die im Block auftaucht, durchsucht ein paar Wohnungen und stößt auf Drogen, Spielhöllen und Schnapsbrennereien. Die Gesetzeshüter werden von den Bewohnern verscheucht. Diese wollen selbst Jagd auf Mohan machen. Mohan wird von den Bewohner entdeckt und flüchtet auf das Dach des Appartements. Dort leistet er mutig Widerstand und steigt das Wasserrohr hinunter bis er auf dem Balkon einer Wohnung steht.
Er betritt die Wohnung und sieht ein kleines Mädchen. Sie spricht zu ihm und entfacht in Mohan Selbstvertrauen der nun voller Entschlossenheit versucht dem draußen wartenden Unglück entgegenzutreten. Aber als er sich aus der Wohnung wagt, ist niemand, der auch nur eine Notiz von ihm nimmt. Immer noch durstig verlässt er das Appartement.
Fantasiesequenz: Dann hört er ein wunderschönes Lied und wird davon geleitet bis er vor dem Tor zu einem Tempelgarten steht, wo die Sängerin gerade Wasser aus einem Brunnen geholt hat. Sie gibt ihm Wasser und sein Durst ist endlich gestillt.
An dieser Kapoor-Produktion aus den R. K. Studios im Bombayer Stadtteil Chembur waren mit Schauspieler und Regisseur Sombhu Mitra und dem Komponisten Salil Choudhury zwei führende Mitglieder der bengalischen Indian People’s Theatre Association beteiligt. Die Geschichte und das Drehbuch schrieben Sombhu Mitra und Amit Moitra; Dialogautor war Khwaja Ahmad Abbas. Bauten und Ausstattung stammen von M. R. Acharekar. Als Playbacksänger sind Lata Mangeshkar, Mukesh, Asha Bhonsale, Sandhya Mukerjee, Mohd. Rafi und Balbir zu hören. Von den fünf Liedern der Autoren Shailendra und Prem Dhawan – Zindagi Khwab Hai, Maine Jo Li Angdaee, Jaago Mohan Pyare, Thandi Thandi und Te Ki Main Jhoot – wurden die drei erstgenannten Hits.
Der Film wurde erst zu einem Erfolg, nachdem eine 115-minütige Version 1957 den Hauptpreis auf dem Filmfestival Karlovy Vary gewann.
Der britische Kritiker Geoff Brown sah in Kapoors Filmfigur ein Stück Chaplin: er teilt sein Essen mit einem Hund, hockt auf dem Fußweg, spielt die meiste Zeit des Films pantomimisch, stürzt in Zimmer hinein und wieder heraus, versteckt sich in einer Trommel, rutscht die Regenrinne hinunter und wird von Zeit zu Zeit von einer aufgeregten Menge von Hausbewohnern verfolgt, die alles von Stöcken bis zum Tennisschläger mit sich führen.
„Ein unschuldig Verfolgter erlebt menschliches Versagen und Verbrechen hinter der Fassade von Anständigkeit und Ehrenhaftigkeit. Trotz uneinheitlicher Inszenierung eine eindrucksvolle satirische Tragikomödie, die eindringlich Gesellschaftskritik übt.“
„…a comic yet critical survey of middle-class Bengali life.“
Der Film wurde auch in einer bengalischen Version gedreht und unter dem Titel Ek Din Raatre veröffentlicht. Die Rolle Motilals wird in dieser Fassung von Chhabi Biswas verkörpert. Dialogautor Abbas und Liedtexter Prem Dhawan waren daran ebenfalls nicht beteiligt.

Lembeck

Lembeck ist ein Dorf in der Stadt Dorsten im Kreis Recklinghausen. Der Ort hat 5246 Einwohner (2011) und ist vor allem durch das Schloss Lembeck überregional bekannt.

Lembeck ist mit einer Fläche von insgesamt ca. 52,7 km² der größte Stadtteil Dorstens. Im Norden grenzt Lembeck an die Gemeinde Reken im Kreis Borken, im Osten an die Stadt Haltern am See im Kreis Recklinghausen. Im Südosten grenzt Lembeck an den Dorstener Stadtteil Wulfen, im Süden an den Dorstener Stadtteil Deuten und im Westen reicht die Ortsgrenze zum Dorstener Stadtteil Rhade bis zum Rhader Bahnhof heran, im weiteren Verlauf liegt die nordwestliche Grenze zu Rhade und zur Gemeinde Heiden im Kreis Borken hinter der Autobahn A 31.
Lembeck wurde im Jahre 1017 in einer Urkunde erstmals genannt. Adolf von Lembeck war Inhaber eines bischöflichen Haupthofes; auf ihn ist der Ortsname zurückzuführen. Im Laufe der Jahrhunderte entstand nahe diesem Haupthof das Schloss Lembeck, das als eines der schönsten Wasserschlösser im Ruhrgebiet und Münsterland gilt. Der Herrschaftsbereich, in dem die Gerichtsbarkeit den Herren von Lembeck unterlag – die „Herrlichkeit Lembeck“ –, umfasste die Orte Altschermbeck, Erle und die heutigen Dorstener Stadtteile Hervest, Holsterhausen, Lembeck, Rhade und Wulfen. Der Name „Herrlichkeit Lembeck“ blieb bis heute für das nördliche Dorstener Stadtgebiet erhalten.
Im 17. Jahrhundert, besonders zwischen 1610 und 1614, erlangte die Herrlichkeit eine überregionale Bedeutung bei Hexenprozessen. In Lembeck wurde die sogenannte Wasserprobe durchgeführt. Diese „Gutachtertätigkeit“ wurde so stark in Anspruch genommen, dass sie zeitweise die wirtschaftliche Grundlage der Herren zu Lembeck darstellte.
Lembeck gehört seit der kommunalen Neuordnung, die am 1. Januar 1975 in Kraft trat, zur Stadt Dorsten. Bernhard Loick war bis Ende 1974 der letzte von insgesamt elf Bürgermeistern der eigenständigen Gemeinde Lembeck.
Lembeck verfügt über zwei Gewerbegebiete: eines an den Straßen Zur Reithalle und Krusenhof und das in den 1990er Jahren erschlossene Gewerbegebiet Endelner Feld direkt an der A 31. Mit dem barocken Schloss Lembeck im Waldgebiet Der Hagen und dem östlichen Rand der Hohen Mark hat Lembeck auch als Naherholungsgebiet große Bedeutung. Ein wegen seiner Pionierleistungen auf den Gebieten Bioenergie und Herstellung von Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen überregional bekannt gewordenes Unternehmen aus Lembeck ist die Loick AG.
Im Schloss Lembeck befindet sich im Hochparterre des Haupthauses ein Schlossmuseum, in dem im Rahmen einer Führung unter anderem Kunstgegenstände wie beispielsweise chinesisches Porzellan, flämische Tapisserien, Gemälde und Möbel aus der Zeit des Rokoko und Empire gezeigt werden. Der von Johann Conrad Schlaun gestaltete große Festsaal (Schlaunscher Saal) im Stil des Spätbarock ist von überregionaler Bedeutung. Im Dachgeschoss betreibt der Heimatverein Lembeck seit 1992 das Heimatmuseum, in dem handwerkliche und landwirtschaftliche Gerätschaften aus vergangener Zeit sowie archäologische Funde gezeigt werden (geöffnet Samstag und Sonntagnachmittag). In der ehemaligen Schlossküche im Untergeschoss des Haupthauses befindet sich außerdem eine Galerie, die Bilder des Künstlers Hans Hubertus Graf von Merveldt zeigt. Im Dachgeschoss des Wasserschlosses befindet sich eines der größten Heimatmuseen Deutschlands. Auf mehreren 100 Quadratmetern zeigt der Heimatverein Lembeck dort komplett aufgebaute alte Werkstätten wie z.B. Stellmacher, Holzschuhmacher, Flechterei, Holzbearbeitung sowie landwirtschaftliches Gerät aus den vergangenen zwei Jahrhunderten. Parallel wird auch das häusliche Leben mit teilweise originalen Exponaten dargestellt. Eine Führung dauert ca. eine Stunde. Der Eintritt in das Heimatmuseum ist frei.
Jeden ersten Sonntag im Mai kommen etwa 100.000 Besucher, um den Lembecker Tiermarkt zu sehen.
Zum Wandern und Erholen laden die vielen Wälder und Wiesen ein.
51.7588888888896.9991666666667Koordinaten: 51° 46′ N, 7° 0′ O
Altendorf-Ulfkotte | Altstadt | Deuten | Feldmark | Hardt | Hervest | Holsterhausen | Lembeck | Östrich | Rhade | Wulfen

Emmerstedt

52.24396944444410.964480555556116Koordinaten: 52° 14′ 38″ N, 10° 57′ 52″ O
Emmerstedt ist einer der vier Ortsteile der niedersächsischen Kreisstadt Helmstedt in Deutschland.

Emmerstedt liegt in Niedersachsen an der Grenze zu Sachsen-Anhalt, zwischen Braunschweig und Magdeburg in der Nähe der Ausfahrt 61 der Bundesautobahn 2. Das Ortsgebiet erstreckt sich über 1299 Hektar und teilt sich in drei Ortsteile: das Kerndorf (der älteste Teil und Neubaugebiete), die Rottensiedlung (westlich des Kerndorfes) und den Windmühlenberg.
Gegenwärtig hat Emmerstedt rund 2275 Einwohner (Stand 2005).
Wappen
Kirche St. Petri
Altes Ortsschild
Der Ort wurde 1186 erstmals urkundlich erwähnt.
Am 1. März 1974 wurde Emmerstedt in die Kreisstadt Helmstedt eingegliedert.
Der „Museumshof Emmerstedt“ stellt die Landwirtschaft und das örtliche Handwerk vergangener Zeiten vor. Zudem wird die Ortsgeschichte von Emmerstedt dargestellt.
Der Ortsrat von Emmerstedt zählt neun Mitglieder. Die Sitzverteilung stellt sich seit der letzten Kommunalwahl am 11. September 2011 wie folgt dar:
Ortsbürgermeister ist Hans-Jürgen Schünemann (SPD).
Ungefähr zwei Kilometer südlich von Emmerstedt gelegen befindet sich der Heidberg, auf dem ein Gedenkstein zu finden ist. Erstmals erwähnt wurde dort „Ofeld Avelda“ als Siedlung um 963, Avelde um 1160 und Ovelde 1422. Diese Siedlung ist dann später abgebrannt und wurde woanders errichtet (jetziger Standort von Emmerstedt).
Brunsole ist ein zu Emmerstedt gehörender Wohnplatz, an der Straße von Emmerstedt nach Barmke gelegen. Früher befand sich dort das Gasthaus „Zur Brunsole“.
Emmerstedt liegt an der ausschließlich von Güterzügen befahrenen Bahnstrecke Helmstedt–Oebisfelde.
Bad Helmstedt | Barmke | Emmerstedt | Kernstadt

Pterocarpus santalinoides

Infloreszenzen von Pterocarpus santalinoides
Pterocarpus santalinoides ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae).

Bei Pterocarpus santalinoides handelt es sich um einen Baum, der Wuchshöhen von bis zu 15 Meter und Stammdurchmesser von bis zu 50 cm erreicht. Die grau-braune Rinde ist im Anschnitt rot. Die wechselständigen Laubblätter sind unpaarig gefiedert, unbehaart und bis zu 25 cm lang.
Die achselständigen, traubigen Blütenstände sind bis zu 20 cm lang. Die zygomorphen Blüten sind leuchtend gelb bis orangefarben. Die eiförmigen bis kreisrunden Hülsenfrüchte sind flach, warzig und am Rand geflügelt. Sie enthalten nur einen einzigen Samen.
Pterocarpus santalinoides ist auf sandigen oder feuchten Böden entlang von Flussläufen der Sudan- und Guineazone im tropischen Afrika, aber auch im tropischen Amerika verbreitet.
Sie ist in der Roten Liste der IUCN als „Least Concern“ (LC) = „nicht gefährdet“ bewertet.

Bernhard von Sachsen-Weimar

Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar (* 16. August 1604 in Weimar; † 18. Juli 1639 in Neuenburg am Rhein) war ein Feldherr des Dreißigjährigen Krieges.

Bernhard war der elfte und jüngste Sohn des Herzogs Johann III. von Sachsen-Weimar und dessen Ehefrau Dorothea Maria von Anhalt. Bereits in seinem ersten Lebensjahr verlor er seinen Vater und, noch nicht volle 13 Jahre alt, auch seine Mutter. Für seine erste Bildung sorgte u. a. der Haus- und Hofmeister Friedrich von Kospoth. Anschließend nur kurze Zeit an der Universität Jena, wechselte er bald zum höfisch-ritterlichen Leben am Hof seines Verwandten, des Herzogs Johann Casimir von Sachsen-Coburg.
1620 nahm Fürst Ludwig I. von Anhalt-Köthen Herzog Bernard in die Fruchtbringende Gesellschaft auf. Ludwig verlieh Bernard den Gesellschaftsnamen der Austrucknende und das Motto in seiner Wirkung. Sein Emblem war eine reife Quitte. Im Köthener Gesellschaftsbuch findet sich Herzog Bernhards Eintrag unter der Nr. 30.
Außerdem war Herzog Bernhard unter dem Namen Aristander Mitglied der schäferlichen Académie des parfaits amants.
Seine kriegerische Laufbahn begann er nach Ausbruch des böhmischen Krieges unter Ernst von Mansfeld. Unter diesem kämpfte er 1622 bei Mingolsheim, dann bei Wimpfen unter Markgraf Georg Friedrich von Baden-Durlach und 1623 mit seinem Bruder Wilhelm unter Christian von Braunschweig bei Stadtlohn. Als sich die Niederlage Friedrichs von der Pfalz abzeichnete, trat Bernhard 1625 als Oberst in das Heer des Königs Christian IV. von Dänemark, versuchte aber nach einer Niederlage, die er 1627 in Holstein erlitten hatte, in die Dienste des Kaisers zu gelangen und nahm dann am Krieg in Holland teil.
Als 1630 Gustav Adolf in Deutschland erschien, war Bernhard einer der wenigen deutschen Fürsten, die sogleich entschieden auf die Seite des Schwedenkönigs traten. Nachdem Bernhard sich in dem Treffen bei Werben am 28. Juli 1631 ausgezeichnet hatte, ernannte der König ihn zum Obersten seines Leibregiments zu Pferde. Zunächst kämpfte der Fürst mit dem Heer Landgraf Wilhelms in Hessen, begleitete dann jedoch den schwedischen König auf seinem Siegeszug durch Franken, wo er die Festung Marienberg bei Würzburg einnahm, stieß an den Rhein vor, wo er sich Mannheims bemächtigte, und stieß schließlich in Richtung Bayern vor. Am Sturm auf Wallensteins Stellung bei Nürnberg am 24. August 1632 hatte Bernhard großen Anteil. Er blieb zur Deckung Frankens zurück, stieß aber dann bei Arnstadt wieder zum König, als dieser im Oktober nach Sachsen gegen Wallenstein zog. In der Schlacht bei Lützen befehligte Bernhard den linken Flügel, übernahm nach Gustav Adolfs Tod den Oberbefehl über die schwedischen Truppen und errang den Sieg. Noch im gleichen Jahr vertrieb er die Kaiserlichen aus Sachsen.
Anfang 1633 übertrug ihm der schwedische Kanzler Axel Oxenstierna den Oberbefehl in Franken. Bernhard drang siegreich in Bayern ein, schlug Johann von Werth, eroberte, nachdem er eine wegen mangelnder Soldzahlung entstandene Meuterei niedergeschlagen hatte, Eichstätt, begab sich aber Ende Mai 1633 nach Frankfurt am Main zu Oxenstierna, um sich von diesem mit dem ihm von Gustav Adolf zugesicherten Herzogtum Franken belehnen zu lassen. Der Kanzler musste mit Widerstreben einwilligen, da er Bernhard nicht entbehren konnte, und so erhielt dieser am 10. Juni 1633 die förmliche Belehnung mit dem hauptsächlich aus den eroberten Bistümern Bamberg und Würzburg bestehenden Herzogtum, mit dessen Verwaltung er zunächst seinen Bruder Ernst betraute. Nachdem er sodann wieder zum Heer nach Bayern gegangen war und sich der Treue seiner zu Meutereien geneigten Soldaten durch reiche Spenden, besonders an die Offiziere, versichert hatte, eroberte er am 4.jul./ 14. November 1633greg. das von den Kaiserlichen unter Aldringen nicht geschützte Regensburg. Er stand in der Oberpfalz längere Zeit Wallenstein gegenüber, nach dessen Ermordung er vergeblich dessen Truppen an sich zu ziehen suchte. Bernhard vereinigte sich sodann mit dem schwedischen General Horn. Beide gewannen am 22. Juli 1634 die Schlacht und Belagerung von Landshut. Bernhard wurde aber in der Schlacht bei Nördlingen am 6. September 1634, welche er trotz Horns Widerspruch wagte, von dem überlegenen kaiserlich-spanischen Heer unter Matthias Gallas völlig geschlagen. Diese Niederlage kostete die Schweden den Ruhm der Unbesiegbarkeit und ihre Stellung in Oberdeutschland, Bernhard selbst sein Herzogtum.
Nachdem er sich 1635 mit Mühe gegen den vorrückenden Feind gehalten hatte und zuletzt über den Rhein zurückgedrängt worden war, sah er sich durch den steten Argwohn Oxenstiernas und durch das Ausbleiben von Unterstützung veranlasst, eine nähere Verbindung mit Frankreich einzugehen. Nach längeren Verhandlungen kam am 27. Oktober 1635 zu Saint-Germain-en-Laye ein Vertrag zustande, wonach Kardinal Richelieu dem Herzog für die Dauer des Krieges 4 Millionen Livres jährliche Subsidiengelder zur Unterhaltung eines Heers von 12.000 Mann zu Fuß und 6.000 Reitern mit der nötigen Artillerie zusagte. In einem geheimen Artikel wurde ihm das Elsass unter der Bedingung, die katholische Religion dort nicht zu verdrängen, und für den Fall, dass jenes Land ihm beim Abschluss des Friedens nicht erhalten werden könne, eine angemessene Vergütung zugesichert. Damit wurde Bernhard, obgleich er dem Namen nach noch als schwedischer General gelten wollte, doch gänzlich von Frankreich abhängig, mit welchem er aber wegen der Ausbezahlung der Subsidien bald in Streit geriet, zu dessen Beseitigung er im März 1636 selbst nach Paris ging.
In demselben Jahr operierte Bernhard im Elsass und in Lothringen, wo er mehrere Plätze eroberte, sah sich aber einerseits durch die Mahnungen des misstrauischen Oxenstierna, anderseits durch die ihm allzu große Schranken setzende Politik Richelieus genötigt, mehr Freiheit und Selbständigkeit für sich in Anspruch zu nehmen. Deshalb schloss er 1637 zu Paris einen neuen Vergleich. Dem Wunsch des französischen Hofs gemäß wandte er sich dann gegen Hochburgund, wo jetzt der kaiserliche General Savelli ein Heer anführte, nahm mehrere Plätze ein und brachte am 24. Juni zwischen Gray und Besançon dem Herzog von Lothringen eine nicht unbedeutende Schlappe bei. Darauf zog er über Mömpelgard durch den Sundgau, setzte am 27. Juli bei Rheinau über den Rhein und verschanzte sich auf der dortigen Rheininsel bei dem Dorf Wittenweier, zog sich aber, von Johann von Werth heftig angegriffen, wieder zurück und nahm im Mömpelgardschen sein Winterquartier. Durch gute Verpflegung stärkte er seine Truppen so, dass er den Feldzug von 1638, den glänzendsten seiner ganzen kriegerischen Laufbahn, sehr frühzeitig eröffnen konnte.
Schon am 18.jul./ 28. Januar 1638greg. brach er auf, setzte am 19.jul./ 29. Januargreg. über den Rhein, bemächtigte sich Säckingens und Laufenburgs und belagerte Rheinfelden, die wichtigste unter den Waldstädten. Hier wurde er am 18.jul./ 28. Februargreg. von den Kaiserlichen unter Savelli und Johann von Werth mit überlegener Macht angegriffen, verlor den Kampf und zog sich zurück. Doch brachte ihnen Bernhard in der Schlacht bei Rheinfelden am 21. Februarjul./ 3. Märzgreg. eine schwere Niederlage bei; Savelli, Johann von Werth und andere Generale gerieten selbst in Gefangenschaft. Nachdem er darauf Rheinfelden, Rötteln und Freiburg im Breisgau eingenommen hatte (März), rüstete er sich, Breisach zu belagern, das wichtige, für unüberwindlich gehaltene Bollwerk im südwestlichen Deutschland.
Umsonst bot der Wiener Hof alles auf, diesen wichtigen Platz zu retten. Zwar versuchte der kaiserliche General Johann von Götzen einen Entsatz der Festung, doch Bernhards Sieg bei Wittenweier am 30. Juli 1638 vereitelte den Angriff. Am 15. Oktober warfen die Verteidiger den Herzog von Lothringen bei Thann zurück und auch ein zweiter Angriff der Kaiserlichen unter Götzen fiel unglücklich aus, obgleich Bernhard damals durch Krankheit geschwächt war. So musste das von Freiherr von Reinach bis aufs äußerste verteidigte Breisach am 7.jul./ 17. Dezember 1638greg. kapitulieren.
Aber während Richelieu die Absicht hatte, den äußerst wichtigen Platz für Frankreich zu gewinnen, war Bernhard willens, Breisach für sich zu behalten und zum Mittel- und Stützpunkt einer selbständigen Herrschaft zu machen, weshalb er auch die Kapitulation nur auf seinen eigenen Namen abgeschlossen hatte. Umsonst erinnerte Richelieu daran, dass Breisach mit französischem Geld und Blut erobert worden sei und nicht zum Elsass gehöre, umsonst trug er dem Herzog die Hand seiner Nichte an: Bernhard schob seine Feldherrnpflichten vor und lehnte die Heirat als eine nicht ebenbürtige ab. Selbst das Versprechen, Breisach nach seinem Tod Frankreich zu überlassen, wollte er nicht leisten, sondern bestimmte Breisach zum Sitz einer Fürstlich Sächsischen Regierung. Aber auch die Anerbietungen, die man ihm vonseiten des Wiener Hofs machte, wies er zurück. Er hatte, wie es scheint, die Absicht, sich mit der verwitweten Landgräfin Amalie von Hessen zu vermählen und zwischen dem Kaiser und dessen Gegnern eine dritte vermittelnde Macht zu bilden. Nachdem Bernhard den Winter hindurch in Hochburgund verweilt hatte, begab er sich (Anfang April 1639) nach Breisach zurück.
Während der Vorbereitungen zu dem neuen Feldzug gegen die Kaiserlichen starb er am 18. Juli 1639 in Neuenburg am Rhein. Der Verdacht, dass er an Gift, das ihm vielleicht auf Richelieus Betreiben hin verabreicht worden war, gestorben sei, ist nicht erwiesen. Um Bernhards Erbe stritten alle im Krieg begriffenen Mächte. Sein kurzes Testament bestimmte nur sehr allgemein, dass die eroberten Lande ihrer Wichtigkeit wegen beim Deutschen Reich verbleiben sollten; er wünschte, seine Brüder möchten sie unter schwedischem Schutz übernehmen. Aber nunmehr suchten sich Frankreich, Österreich und Schweden des eroberten Terrains zu bemächtigen. Österreichs Anerbietungen wurden von den Soldaten mit Widerwillen zurückgewiesen.
Wilhelm IV. von Sachsen-Weimar, der die Ansprüche der Brüder geltend machte, fand weder bei den Schweden noch bei Frankreich Beistand; selbst seine Ansprüche auf Bernhards Privatvermögen wurden beim Abschluss des Westfälischen Friedens nicht beachtet. Der Kommandant von Breisach, Johann Ludwig von Erlach, überließ Bernhards Eroberungen und Soldaten an Frankreich gegen die Bewilligung eines Jahrgeldes und des französischen Bürgerrechts. Bernhards Regimenter gingen indes später größtenteils zu den Schweden über und nahmen an den letzten Entscheidungen teil. Bernhards Leichnam, der vorläufig zu Breisach beigesetzt worden war, wurde am 15. September 1655 nach Weimar gebracht.

Harold Brown (Pianist)

Harold Brown (* 28. Oktober 1917 in Wynyard/Saskatchewan) ist ein kanadischer Pianist.
Brown studierte ab 1936 in Vancouver bei J. D. A. Tripp, Barbara Custance, Phyllis Schuldt und Hugh Bancroft. Er wurde als Kammermusiker bekannt, trat in den 1950er Jahren mit den Cassenti Players auf und war häufig bei der CBC zu hören. Als Klavierbegleiter arbeitete er für das British Columbia Music Festival, das Theatre under the Starts (1958–63), die Vancouver Opera (1960–70) und das Banff Centre for the Arts (1972–90). Von 1964 bis 1967 war er Pianist des Vancouver Symphony Orchestra. Von 1973 bis 1990 war er musikalischer Direktor der Unitarian Church of Vancouver.
Er spielte u.a. die Uraufführungen von Robert Turners Diversities für Violine, Fagott und Klavier (mit Arthur Polson und George Zukerman), Murray Adaskins Cassenti Concertante (mit den Cassenti Players), Barbara Pentlands Soong Songs (mit Winona Denyes) und Jean Coulthards Sonatina für Fagott und Klavier (mit George Zukerman) und trat u.a. mit John Alexander, Donald Bell, Judith Forst, Alan Monk, Arthur Polson, Marie Schilder, Bernard Turgeon und Lyn Vernon auf. Seit Mitte der 1970er Jahre war er zudem ein gesuchter Liedbegleiter.

Peyton List (Schauspielerin, 1998)

Peyton Roi List (* 6. April 1998 in Florida) ist eine US-amerikanische Schauspielerin und Model. Am besten bekannt ist sie durch die Rolle der Holly Hills im zweiten und dritten Teil der Literaturverfilmung der Buchreihe Gregs Tagebuch und durch den Film 27 Dresses indem sie die jüngere Version von Katherine Heigls Figur Jane Nichols spielte. Zudem spielt sie als Emma Ross in den Fernsehserien Jessie (2011–2015) und Camp Kikiwaka (seit 2015) eine der Hauptrollen.

Peyton List wurde in Florida geboren und zog im Alter von vier Jahren mit ihrer Familie nach New York. Sie hat zwei Brüder: Spencer, ihr Zwillingsbruder und Phoenix. Sie lebt momentan in Kalifornien.
Sie begann ihre Karriere mit Gastauftritten in den Fernsehserien Jung und Leidenschaftlich – Wie das Leben so spielt und All My Children. Im Jahr 2008 spielte sie im Film 27 Dresses die jüngere Version von Katherine Heigls Figur Jane Nichols. Im selben Jahr war sie als Tochter von Frances O’Connor in vier Episoden der von ABC produzierten Fernsehserie Cashmere Mafia zu sehen. 2010 hatte sie einen Auftritt an der Seite von Robert Pattinson im Film Remember Me – Lebe den Augenblick. Zudem war List in dem Fantasy-Abenteuerfilm Duell der Magier und dem Fernseh-Horrorfilm Secrets in the Walls zu sehen. Sie hatte außerdem Auftritte in mehreren Werbespots.
Sie spielte in der zweiten Verfilmung Gregs Tagebuch 2 – Gibt’s Probleme? der Buchreihe Gregs Tagebuch die Rolle der Holly Hills, den Schwarm von Greg Heffley (Zachary Gordon). Im dritten Teil der Verfilmung Gregs Tagebuch 3 – Ich war’s nicht!, welcher 2012 veröffentlicht wurde, tritt List erneut in ihrer Rolle auf. Von 2011 bis 2015 war sie an der Seite von Debby Ryan in der Disney Channel Original Serie Jessie, in der sie ein 13-jähriges Mädchen namens Emma Ross spielt, zu sehen. Die gleiche Rolle übernimmt sie seit Juli 2015 auch in dem Jessie-Spin-off Camp Kikiwaka.

Landkreis Königsberg Nm.

Der Landkreis Königsberg Nm. war ein preußischer Landkreis in der Provinz Brandenburg, der von 1818 bis 1946 bestand. Sein Vorläuferkreis Cüstrin wurde bereits 1835 aufgelöst.
Der Landkreis Königsberg Nm. umfasste am 1. Januar 1945

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstanden 1816 die Kreise Cüstrin und Königsberg i./Nm. im Regierungsbezirk Frankfurt in der Provinz Brandenburg, seit 1939 „Mark Brandenburg“.
Die Landratsämter waren in Cüstrin und Königsberg i./Nm.
Zum 1. Januar 1836 wurde der Kreis Cüstrin aufgelöst. Dessen Hauptteil mit der Stadtgemeinde Cüstrin wurde dem Kreis Königsberg i./Neumark zugeschlagen. Wegen der großen Entfernung zum neuen Südteil des Kreises wurde in Cüstrin ein zweites Königsberger Landratsamt eingerichtet. Die übrigen Teile des bisherigen Kreises Cüstrin traten zu den Kreisen Landsberg a./Warthe und Lebus.
Ab 1. Januar 1839 wurde das Landratsamt in Cüstrin aufgelöst. Es bestand nunmehr eine Außenstelle des Königsberger Landrates in Cüstrin.
Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Königsberg i./Nm. entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf zwei aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden. In den 1930er Jahren setzte sich der verkürzte Kreisname Königsberg Nm. durch. Zum 1. Januar 1939 führte der Kreis Königsberg Nm. entsprechend der jetzt reichseinheitlichen Regelung die Bezeichnung Landkreis.
Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt. Das Territorium des Landkreises östlich der Oder wurde unter polnische Verwaltung gestellt. Der Landkreis, nun nur noch kleine Gebiete westlich der Oder umfassend, bestand noch kurzzeitig fort, bis er mit Wirkung zum 15. März 1946 aufgelöst wurde und auf die Landkreise Angermünde, Lebus und Oberbarnim aufgeteilt wurde.
Die Landkreis Königsberg i./Nm. gliederte sich zunächst in Stadtgemeinden, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständiger Auflösung – in selbstständige Gutsbezirke.
Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherigen Stadtgemeinden Bad Schönfließ Nm., Bärwalde Nm., Fürstenfelde, Königsberg Nm., Küstrin, Mohrin, Neudamm und Zehden (Oder) führten jetzt die Bezeichnung Stadt.
Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 im Deutschen Reich eine einheitliche Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden.
Seit dem 31. Juli 1936 durfte die Stadt Königsberg Nm. offiziell die Bezeichnung Kreisstadt führen.
Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.
Kleinere Namensänderungen gab es wie folgt:
Die Preußische Ostbahn erreichte 1857 von Frankfurt (Oder) her den späteren Knotenpunkt Küstrin und führte ihre Strecke weiter in Richtung Landsberg – Schneidemühl >115.0 + 116.0<. In Küstrin-Kietz mündete 1866 auch die Hauptbahn von Berlin ein >115.0<. Oderabwärts führte die Breslau-Schweidnitz-Freiburger Eisenbahn-Gesellschaft ihre Strecke 1875 bis Küstrin und 1876/77 weiter über Königsberg nach Stettin >122.0<. In Jädickendorf – kurz vor der Kreisstadt – gingen zwei Nebenbahnen ab: die eine von der Preußischen Staatsbahn erbaute ab 1892 nach Wriezen in Richtung Berlin („Wriezener Bahn“) >110.k<; die andere verlief ab 1899 über Bad Schönfließ nach Pyritz >116.e<; sie gehörte der Stargard-Cüstriner Eisenbahn-Gesellschaft, deren Züge schon ab 1882 von Küstrin nach Pyritz fuhren >116.a<. Jenseits der Oder berührte die 1877 eröffnete Strecke Angermünde – Bad Freienwalde der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft die Gemeinde Bralitz >110.d<. Das Landesverkehrsamt Brandenburg betrieb zwei Kleinbahnen im Kreis, der auch finanziell an der Zehdener Bahn beteiligt war. Ab 1896 verkehrte die Kleinbahn AG Cüstrin-Kriescht, wie sie anfangs firmierte, am Südrand des Warthebruchs entlang nach Osten >115.h<. Die Kleinbahn Freienwalde-Zehden AG kam erst 1930 aus dem Oderbruch über den Fluss herüber >110.h<. Im Jahre 1925 nahm die Stadt Küstrin eine meterspurige elektrische Straßenbahn in Betrieb. Regierungsbezirke: Frankfurt | Potsdam Stadtkreise: Brandenburg an der Havel | Cottbus | Eberswalde | Forst | Frankfurt (Oder) | Guben | Landsberg (Warthe) | Potsdam | Rathenow | Wittenberge Landkreise: Angermünde | Beeskow-Storkow | Calau | Cottbus | Crossen | Guben | Jüterbog-Luckenwalde | Königsberg Nm. | Landsberg (Warthe) | Lebus | Luckau | Lübben | Meseritz | Niederbarnim | Oberbarnim | Osthavelland | Ostprignitz | Oststernberg | Prenzlau | Ruppin | Schwerin (Warthe) | Soldin | Sorau | Spremberg | Teltow | Templin | Westhavelland | Westprignitz | Weststernberg | Zauch-Belzig | Züllichau-Schwiebus 1835 aufgelöst: Teltow-Storkow | Cüstrin | 1873 aufgelöst: Sternberg | 1938 an Pommern abgegeben: Arnswalde | Friedeberg Nm.

Corsiaceae

Corsia
Die Corsiaceae sind eine Pflanzenfamilie aus der Ordnung der Lilienartigen (Liliales). Sie enthält drei Gattungen mit 25 Arten.

Corsiaceae sind krautige Pflanzen, mit Rhizomen oder knollenähnlichen Wurzeln als Überdauerungsorgane. Die oberirdischen Pflanzenteile sind unverzweigt. Die drei bis sieben wechselständig angeordneten, eiförmigen Blätter sind auf Schuppenblätter reduziert, drei- bis siebennervig und bis zu 5 Zentimeter lang. Nebenblätter fehlen.
Die einzeln stehenden, dreizähligen, endständigen Blüten sind zygomorph. Bei Corsia sind Griffel, Narbe und Staubbeutel zu einem Gynostemium verwachsen. Bis auf die einhäusig getrenntgeschlechtige (monözische) Art Corsiopsis chinensis der monotypischen Gattung Corsiopsis haben alle Arten zwittrige und ausgeprägt protandrische Blüten. Die sechs ein- oder dreinervigen Blütenhüllblätter sind frei, stehen in zwei Kreisen und sind unterschiedlich geformt. Ein Perigonblatt des äußeren Kreises ist größer als die übrigen und ist (ähnlich den Orchideen) als Labellum ausgebildet, das bei Corsia-Arten am Ansatz mit einem charakteristischen Kallus versehen ist. Es sind zwei Kreise mit je drei fertilen Staubblättern vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen Fruchtknoten verwachsen, mit einem Griffel und drei Narben.
Es werden Kapselfrüchte gebildet, die etwa 25 bis 100 Samen enthalten. Die winzigen, geflügelten Samen sind längs gefurcht und werden wahrscheinlich durch den Wind verbreitet (Anemochorie) .
Alle Arten der Familie haben die Photosynthese aufgegeben und bilden dementsprechend kein Chlorophyll mehr, stattdessen leben sie myko-heterotroph. Ihr Xylem ist nicht perforiert.
Die Gattung Corsia ist beheimatet in Neuguinea, strahlt jedoch vereinzelt bis auf die Salomonen, den Bismarck-Archipel und Queensland aus. Arachnitis findet sich in Südamerika und auf den Falklandinseln, Corsiopsis in Südchina. Die Mehrzahl der Corsiaceae lebt unter feuchten, heißen Bedingungen in humosen Böden, beschattet von dichter Vegetation.
Die Familie umfasst drei Gattungen, von denen zwei monotypisch sind: Boiss.
Die Corsiaceae wurden zwar bereits von Beccari vorgeschlagen, die Gattungen wurden aber lange zu den Burmanniaceae gestellt, erst Schlechter trennte sie 1905 wieder als eigene Familie ab . Molekulargenetische Untersuchungen konnten jedoch nachweisen, dass die Corsiaceae polyphyletisch sind. Zwar lagen von Corsiopsis keine Daten vor, Arachnitis und Corsia sind jedoch demzufolge nicht einmal nahe verwandt. Corsia steht demzufolge Campynema nahe und Arachnitis den Thismiaceae und im weiteren den Burmanniaceae .
Die Informationen dieses Artikels entstammen zum größten Teil den unter Nachweise angegebenen Quellen, darüber hinaus werden folgende Quellen zitiert:

Franz Adam Petrina

Franz Adam Petrina (tschechisch František Adam Petřina, * 24. Dezember 1799 in Semil, Böhmen; † 27. Juni 1855 in Prag) war ein tschechischer Physiker.

Da sein Vater als Weber seinen Wunsch zu studieren nicht erfüllen konnte, musste er zunächst dessen Handwerk lernen. Erst nachdem er in seinem 17. Lebensjahr Webergeselle geworden war, konnte er mit Unterstützung von Freunden eine Schulbildung erwerben und dann die Universität Prag besuchen. 1832 wurde er als Adjunkt bei der Professur für Mathematik und Physik angestellt. Nachdem er 1836 promovierte hatte, lernte er in Wien Andreas von Ettingshausen und dessen gerade konstruierte Magnet-elektrische Maschine näher kennen. Für diese Maschinen und ihre Konstruktion interessierte er sich seither.
1837 wurde er am Lyceum in Linz als Professor der Physik und angewandten Mathematik angestellt. August 1844 wurde er Professor der Physik an der Universität Prag.
1842 wurde in Linz sein Sohn Theodor geboren.
Er entwickelte verschiedene Methoden zur Messung elektrischer Größen. Eine seiner ersten Arbeiten behandelt eine neue Theorie des Elektrophors und ein neues Harzkuchen-Elektroskop. Der erste theoretische Teil war unglücklich, aber das Elektroskop fand noch lange Beachtung.
Er erforschte die elektromagnetische Induktion und beschäftigte sich mit elektromagnetischen Maschinen, die er verbesserte.
Er stellte Untersuchungen an über die Benutzung von Zweigströmen in der Telegraphie und entwickelte ein Telegrafensystem, mit dessen Hilfe man von beiden Endpunkten der Linie gleichzeitig telegrafieren konnte.
Ein Instrument, durch das er sich als Erfinder der musikalischen Telephonie eingeführt hätte, blieb unbekannt. Es soll eine Art elektromagnetisch betriebenes Physharmonika gewesen sein, das der Mechaniker Spitra in Prag anfertigte und das er am 26. Juli 1852 auf einer Sitzung der Böhmischen Gesellschaft vorführte. Die Töne waren über Drähte an ein gleiches Instrument übertragbar.
Sein früherer Assistent Alois Nowak wurde für zwei Jahre sein Nachfolger.
Ab 1848 war er korrespondierendes Mitglied der Wiener Akademie und ordentliches Mitglied der Böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. 1853 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina gewählt. 1861 wurde er auswärtiges Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.