Jacques-Napoléon Faure-Biguet

Jacques-Napoléon Faure-Biguet (* 1. Oktober 1893 in Paris; † 18. Juli 1954 in Le Vésinet) war ein französischer Journalist, Schriftsteller und Übersetzer. Besonders bekannt wurde er mit seinen unter dem Pseudonym Jacques Decrest verfassten Kriminalromanen.

Faure-Biguet, geboren im Pariser IX. Arrondissement, besuchte ab 1905 das Lycée Janson de Sailly. Dort begann der Elfjährige eine lebenslange Freundschaft mit dem anderthalb Jahre jüngeren Mitschüler und Schriftstellerkollegen Henry de Montherlant, über den Faure-Biguet später zwei biografische Werke verfasste (Montherlant, homme de la Renaissance, 1925, und Les enfances de Montherlant, 1941).
Später arbeitete Faure-Biguet als Journalist, unter anderem 20 Jahre als Literaturredakteur des (1939 eingestellten) L’Écho de Paris. Zwischen 1924 und 1948 verfasste er eine Anzahl von Biografien, sowohl über Schriftsteller wie Arthur de Gobineau und Maurice Barrès (der zu Faure-Biguets 1916 erschienenem einzigen Gedichtband Poèmes 1914-1915 das Vorwort geschrieben hatte) als auch über zeitgenössische Staatsmänner wie König Alexander von Jugoslawien und den Général Leclerc. Gleichzeitig schrieb er auch einige Romane wie La Fiancée morte (1925), Les Prisonniers d’Amour (1926) und Le Prisonnier des Mers (1927).
1933 veröffentlichte er schließlich unter dem Pseudonym „Jacques Decrest“ in Gaston Gallimards Verlag N.R.F. (heute als Éditions Gallimard bekannt) seinen ersten Kriminalroman, Hasard. Ähnlich wie der drei Jahre zuvor von Georges Simenon erfundene Kommissar Jules Maigret war auch Kommissar Gilles, der Protagonist dieses und der folgenden Kriminalromane Faure-Biguets, ein eher eleganter, kultivierter und zutiefst menschenfreundlicher Charakter, der sich dadurch vom hardboiled detective angloamerikanischer Prägung abhob. Faure-Biguets Romanreihe „Les enquêtes de Monsieur Gilles“ wuchs bis zu seinem Tod auf fast 20 Bände an, darunter 1949 der gemeinsam mit seiner Frau Germaine geschriebene Fumées sans feu (Der Schatten Clémentine), für den die beiden 1951 den Grand prix de littérature policière erhielten.
Im Sommer 1954 erlitt Faure-Biguet im Alter von 60 Jahren beim sonntäglichen Ballspiel mit seinem Sohn Gilles und einem von dessen Schulfreunden einen Herzinfarkt und starb im Garten seines Hauses. Sein letzter, bei seinem Tod noch nicht beendeter Kommissar-Gilles-Roman (Les complices de l’aube) wurde von Thomas Narcejac fertiggestellt.
Die Bibliografie basiert im Wesentlichen auf der von Francis Lacassin.