François Magendie

François Magendie (frɑ̃ˈswa maʒɑ̃ˈdi) (* 6. Oktober 1783 in Bordeaux; † 7. Oktober 1855 in Sannois (Val d’Oise) bei Paris) war ein französischer Mediziner, Anatom und Physiologe. Er gehörte der École de Paris an und gilt als einer der Vorreiter der modernen Arzneimitteltherapie.

F. Magendie war der Sohn von Marie Nicole de Perey und Antoine Magendie († 1813), einem Wundarzt. Er wuchs mit seinem jüngeren Bruder Jean-Jacques Magendie zunächst in Bordeaux auf. Ihre Mutter Marie Nicole de Perey starb im Jahre 1792 an einem akuten Leiden als beide Brüder noch klein waren. Ihr Vater Antoine heiratete erneut. Im Jahre 1791 zieht die Familie Magendie nach Paris. François besuchte die Volksschule, École élémentaire, wo er rasche Fortschritte macht. Im Jahre 1799, also mit 16 Jahren, wird er an der École de santé zugelassen. 1803 wird er als Medizinstudent am Hôpital Saint-Louis aufgenommen. Er wird sich als Student am Hôtel-Dieu de Paris unter dem Chirurgen und Anatomen Alexis de Boyer (1757–1833), einem Freund des Vaters, intensiv in die Anatomie und Obduktionstechnik einarbeiten. 1807 wird er offizieller Ausbilder an der École de médecine und unterrichtet dort Anatomie und Physiologie. Im gleichen Jahr wird er Assistent für Anatomie und Physiologie an der École de médecine.
Am 24. März 1808 promoviert man ihn zum Docteur en médecine. Er verteidigte folgendes Thema: Essai sur les usages du voile de palais avec quelques propositions sur la fracture du cartilage des côtes. Er wird 1811 zum Demonstrator für Anatomie an der Faculté de Médecine in Paris benannt. Diese Lehrtätigkeit erfüllt er dort für drei Jahre. Neben der Anatomie lehrt er auch Physiologie und Chirurgie. Er sei ein geschickter Chirurg gewesen und führte seine Operationen an der École Pratique aus. Von Magendie war bekannt, dass er ein rüdes und unhöfliches Verhalten an den Tag legen konnte. Dies habe zu Konflikten mit anderen Kollegen geführt, so etwa François Chaussier (1746–1828), einem Professor für Anatomie. Ferner habe der berühmte Professor der Chirurgie Guillaume Dupuytren (1777–1835), in Magendie einen gefährlichen Rivalen gesehen und habe auch öffentlich gegen ihn Position bezogen.
Im Jahre 1813 trat Magendie von seiner Stellung als Lehrer der Anatomie an der Fakultät zurück und begann in einer privaten Praxis tätig zu werden. Dennoch führte er im Privaten seine Lehrtätigkeit in der Physiologie fort. 1818, nach intensivem Wettbewerb unter den Kandidaten, wurde er in das Bureau Central des Hôpitaux Parisiens beordert. Im Juni 1821 wurde er Herausgeber der ersten Ausgaben des Journal de Physiologie expérimentale, später umbenannt in Journal de Physiologie et pathologique expérimentale. Es war die erste Publikation dieser Art in Frankreich. Während einer Reise nach England im Jahre 1824, wo er Gast von William Hyde Wollaston war, führte er mehrere öffentliche Demonstrationen seiner Methode zur experimentellen Unterbindung der Hirnnerven von lebenden Hunden vor. Dies führte dort auch zu anti-vivisektionistischen Protesten. Ab 1826 praktiziert er als Arzt am Hôpital de la Salpêtrière.
Im Jahre 1830 heiratete er die junge Witwe Henriette Bastienne de Puisaye und wurde auf diese Weise Eigentümer eines Grundstücks in Sannois, einer alten Gemeinde in Seine-et-Oise, unweit von Versailles. Henriette Bastienne de Puisaye war zuvor mit Nicolas-Théodore Audinot-d’Aussy (1777–1826), einem Theaterdirektor, verheiratet.
1831 wurde er Professor für Medizin und 1836 Professor der Physiologie und allgemeinen Pathologie am Collège de France in Paris. 1821 wurde er Mitglied und 1837 Präsident der Pariser Akademie der Wissenschaften. Einer seiner wichtigsten Schüler war der Physiologe Claude Bernard. In seinen Vorlesungen über das Blut, die im Jahre 1839 zusammen mit Joseph G. Funel veröffentlicht wurden, schreibt er:
„Un médecin qui n’a pas appelé à son aide la chimie, la physique, qui ne s’est pas livré à l’art difficile des expériences sur les animaux, etc. – et beaucoup sont dans ce cas – ce médecin, dis-je, ne voit souvent dans une réunion de malades que des gens plus ou moins souffrants, des moribonds, des convalescents.“
„Ein Mediziner der nie die Chemie und die Physik zur Hilfe nimmt, der nicht die schwierige [ärztliche] Kunst mit Tierexperimenten etc. kennt – und für viele ist dies der Fall – dieser Arzt sage ich, sieht oft in einer Anzahl von Kranken nur mehr oder weniger Leidende, Sterbende oder Genesende.“
Das Anliegen von Magendie war, dass die allgemeinen Vorstellungen über die Phänomene der lebenden Körper, also der meisten physiologischen Tatsachen, durch Experimente überprüft werden müssen. Er ist einer der wichtigen Forscher im Bereich der Experimentalphysiologie:
„En physiologie comme dans toutes les sciences physiques il ne faut point chercher à devancer l’expérience. Ne serait-ce que dans l’intérêt de votre amour-propre, vous ferez toujours bien d’appuyer vos assertions sur des preuves expérimentales; sans quoi votre savoir restera dans une sorte d’état provisoire, jusqu’au moment où il aura reçu la sanction de l’expérience.“
„In der Physiologie, wie in allen anderen physikalischen Wissenschaften, darf man die Grenzen des Beobachtbaren nicht überschreiten. Wenn es nicht bereits in ihrem besonderen Interesse läge, so täten Sie doch gut daran, alle ihre Behauptungen auf experimentellen Beweisen abzustützen. Ohne sie verbliebe Ihr Wissen nur in einer Art vorläufigem Zustand, bis zu dem Zeitpunkt, an dem es durch die Beobachtung bestätigt werden wird.“
Ein Teil seines wissenschaftlichen Denkens entstand in der Auseinandersetzung mit den vitalistischen Positionen etwa um Xavier Bichat (1771–1802). In seinen Experimenten und Schlussfolgerungen arbeitete er auf dem Boden eines methodologischen Reduktionismus. Die Physik und Chemie waren für ihn „echte“, eben experimentelle Wissenschaften. Die Physiologie muss – so seine Sicht – neu konstituiert werden, ausschließlich mit Hilfe des Experiments auf naturwissenschaftlichen Grundlagen.
Magendie führte experimentelle Methoden in die Pharmakologie, Physiologie und Pathologie ein. Er sprach sich gegen die überlieferten medizinischen Systeme aus. Grundlage seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse sollten allein die Beobachtungen im Tierversuch sein, ohne jegliche Interpretation. Er war der Begründer der tierexperimentellen Physiologie in Frankreich bzw einer experimentell-naturwissenschaftlich begründeten Medizin und führte auch zahlreiche Vivisektions-Experimente durch. In seinen pharmakologischen Studien entdeckte und isolierte er eine Vielzahl neuer Alkaloide und führte diese in die Therapie ein. Er war bestrebt, aus den Drogen möglichst die Wirkstoffe zu isolieren. So hatte er 1817, zusammen mit Pierre Joseph Pelletier (1788–1842), aus der Ipecacuanhawurzel das Alkaloid Emetin isoliert, einem Isochinolin-Alkaloid. Darüber hinaus analysierte er erstmals die physiologischen Wirkungen der Alkaloide Strychnin und Chinin. Bei seinen Arbeiten stellte er fest, dass Extrakte der Pflanzenteile besser als Arzneimittel verwendet werden können als die Pflanzenteile selbst, da bei den Extrakten weniger Wirkstoffschwankungen auftreten.
Zu seinen wichtigsten morphologischen Entdeckungen gehören der Liquor cerebrospinalis und seine Verbindungswege. Dieser Liquor cerebrospinalis füllt die inneren und äußeren Hohlräume des zentralen Nervensystems aus, er umgibt das Gehirn und Rückenmark mit einem Flüssigkeitsraum. Dabei werden Hirnkammern (Ventriculi cerebri) beschrieben – der 1. und 2. Ventrikel (Seitenventrikel), der 3. Ventrikel (unpaar im Zwischenhirn (Diencephalon)) und der 4. Ventrikel, der im Rautenhirn gelegen ist. Ferner gibt es die sogenannten Zisternen (Cisternae subarachnoideae), also Erweiterungen des Subarachnoidalraumes. Die Verbindung des 1. und 2. Ventrikels mit dem 3. Ventrikel wird durch ein Foramen interventriculare gewährleistet, und die des 3. und 4. Ventrikels durch den Aquaeductus cerebri (Sylvii).
Die mediane Verbindung oder Apertur einer größeren Zisternae, der Cisterna cerebromedullaris, mit dem 4. Ventrikel (Ventriculus quartus cerebri) wiederum trägt als unpaare Verbindung den Namen ihres Entdeckers Foramen Magendii.
Außerdem trägt eine bestimmte Schielstellung der Augen (Strabismus), das Hertwig-Magendie-Syndrom, seinen Namen.
1822 bestätigte er die Entdeckung von Charles Bell (1774–1842), dass die ventralen Spinalnervenwurzeln (Radix ventralis motoria) des Rückenmarks (Medulla spinalis) motorische und die dorsalen Spinalnervenwurzeln sensorische Funktionen (Radix ventralis sensoria) haben (Bell-Magendie-Gesetz).
Für seine Experimente benutzte er acht junge Hunde. Er durchtrennte zunächst auf der einen Seite alle lumbalen und sakralen Vorderwurzeln und dann auf der gegenüberliegenden Seite die Hinterwurzeln. Die Folge war, dass nach der Durchtrennung aller ventralen Wurzeln eine totale Lähmung (Paralyse) des Beines auftrat, während auf der kontralateralen Seite eine Bewegung weiterhin möglich war, aber das Tier dort unempfindlich gegen z.B. schmerzhafte Stimuli wurde. Damit wurde der Beweis erbracht, dass die Vorderwurzeln eine motorische Funktion und die Hinterwurzeln eine sensorische Funktion haben.
Auch lieferte er den ersten Beweis über die Rolle des Kleinhirns bei der Aufrechterhaltung des Gleichgewichts im Organismus. Im Jahre 1824 beobachtete er die Kreisbewegung mouvement de manège, die bei einem Kaninchen auftraten, dessen Kleinhirnstiel (Pedunculus cerebellaris) gezielt durchtrennt wurde.
Im Jahre 1823 produzierte er experimentell eine Dezerebrationsstarre oder auch Enthirnungs-Körperhaltung. Durch die Enthirnung eines Wirbeltieres überwiegen die tonischen statischen Haltungsreflex-Mechanismen in den gegen die Schwerkraft gerichteten Muskeln, auch als Streckmuskeln bezeichnet. Bei Hunden, Katzen u. a. verursacht echte Dezerebrierung eine Starre der Strecker aller vier Extremitäten.
Magendie entwickelte in Zusammenarbeit mit Jean Léonard Marie Poiseuille (1797–1869) ein experimentelles Modell und Gerät, sphygmomètre, zur Blutdruckmessung bei Tieren, das er im Jahre 1838 anwendete. Er beeinflusste damit u. a. Etienne-Jules Marey (1830–1904) in Paris. Mit diesem Sphygmomanometer führten sie arterielle Druckmessungen durch und zeigten welche hämodynamische Rolle die Elastizität der großen Arterien spielte. Nach einer Vielzahl von Messungen an den verschiedensten Blutgefäßen wandte Magendie das sphygmomètre im Jahr 1840 auch auf das Ventrikelsystem des Gehirns an, um den Druck der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis) zu messen.
Magendie führte, wie auch viele andere zeitgenössische Forscher (etwa Claude Bernard), einen Teil seiner Studien am vivisezierten Tiermodell durch. Dies blieb nicht ohne Widerspruch. Einmal soll er einen auf einem Brett geschnallten Hund – der sich im Rahmen seiner Möglichkeiten zur Wehr setzte – kurz vor der Sektion, mit den Worten angeschrien haben:
„Tais-toi, pauvre bête!“
„Halt die Schnauze, du dummes Tier!“
Magendie irrte in der Annahme, dass die Cholera und auch das Gelbfieber nicht ansteckend seien. In dieser Zeit, um 1831, ging er als Vorsitzender des Beirats für öffentliche Hygiene (présida le comité consultatif d’hygiène publique) nach England, um dort eine Cholera-Epidemie zu studieren. Nach seiner Rückkehr nach Paris bekämpfte er sie dort ebenso und entwickelte eine symptomatische Behandlung. Aber er behauptete fest, dass die Cholera nicht ansteckend sei und wandte sich deshalb auch gegen Quarantäne-Maßnahmen.
Obgleich er bei diesen Erkrankungen dem anti-kontagiösen Lager angehörte, hatte er dennoch einen positiven Beitrag zum Studium der Infektion gemacht. So wies er experimentell nach, dass der Speichel von tollwütigen Hunden ein ansteckendes Prinzip enthielt.
Ein weiterer Fehler war das beharrliche Nichterkennen und die Ablehnung des Ethers (Diethyl-Ether) zur Anästhesie und in der chirurgischen Praxis seit dem 16. Oktober 1846 (Ether Day).

Klein-Remels

53.2855305555567.7308388888889Koordinaten: 53° 17′ 8″ N, 7° 43′ 51″ O
Klein-Remels ist ein Ort in der Gemeinde Uplengen im Landkreis Leer in Ostfriesland. Ortsvorsteher ist Meinhard Schmidt.
Um 1814 ließ sich Georg Albrecht Braun aus Aurich auf dem Geestrücken zwischen Jübberde und Nordgeorgsfehn nieder. Dieser Ort wurde zunächst als Kolonie „Tüschen Möhrchen“ oder „Tüschen Möhrgens Feld“ bezeichnet. Dieser Name bezeichnete die Lage der neuen Siedlung zwischen dem westlichen Moorgebiet, in dem das Nordgeorgsfehn entstand und einem östlichen Niederungsgebiet, das Klein-Remels von Jübberde trennt. Ab 1820 gab man dieser Kolonie den Namen Klein-Remels.
Klein-Remels ist seit Gründung Teil der Kommune Remels und war nie politisch selbständig.
Bühren | Großoldendorf | Großsander | Hollen | Jübberde | Klein-Remels | Kleinoldendorf | Kleinsander | Meinersfehn | Neudorf | Neufirrel | Nordgeorgsfehn | Ockenhausen | Oltmannsfehn | Poghausen | Remels | Selverde | Spols | Stapel | Stapelermoor | Südgeorgsfehn

SES-5

SES-5 (ehemals Sirius-5 bzw. Astra 4B) ist ein kommerzieller Kommunikationssatellit der niederländischen SES World Skies.

Er wurde am 9. Juli 2012 um 18:38 Uhr UTC mit einer Proton-M-Trägerrakete vom Raketenstartplatz Baikonur durch International Launch Services in eine geostationäre Umlaufbahn gebracht. Der Start ursprünglich für den 19. Juni 2012 geplant, bei den Startvorbereitungen wurden aber Fehler in der ersten Stufe der Trägerrakete festgestellt und der Start verschoben. Eine zweite Verschiebung vom 7. auf den 9. Juli gab es wegen Problemen bei der Überprüfung der Treibstofftanks der Proton-M. Da SES 5 für einen Kommunikationssatelliten eine vergleichsweise große Startmasse von 6 Tonnen hat, gelangte er auf eine Übergangsbahn mit einem recht niedrigen Perigäum. Sein Ziel in der geostationären Umlaufbahn erreichte der Satellit am 10. Juli durch mehrfaches Zünden seines eigenen Antriebes, der aus einem mit Monomethylhydrazin und Stickstofftetroxid betriebenen Apogäumsmotor vom Typ R-4D mit einer Schubkraft von rund 445 N besteht.
Der dreiachsenstabilisierte Satellit ist mit 36 C-Band- und 24 Ku-Band-Transpondern sowie einer im L-Band-Bereich arbeitenden Navigationsnutzlast für den European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS) ausgerüstet und soll von der Position 5° Ost aus (gemeinsam mit Astra 4A) Direct-to-Home Telekommunikationsdienstleistungen anbieten. Dabei wird eine der beiden Ku-Band-Antennen Kunden in Skandinavien und die Baltikumländern versorgen (durch Viasat), während der andere die subsaharischen Länder Afrikas versorgt. Im Norden Deutschlands sind Ausstrahlungen über die erstere mit die stärksten Satellitensignale, jedoch sind sämtliche Ausstrahlungen mit Videoguard verschlüsselt. Von den beiden C-Band-Antennen besitzt eine globale Abdeckung und die andere übernimmt die Abdeckung von Europa, Afrika und dem Nahen Osten. SES 5 bietet zusätzliche Ka-Band-Uplink-Fähigkeiten, die einen flexiblen Betrieb zwischen Europa und Afrika ermöglichen. Er wurde auf Basis des LS-1300-Satellitenbus der amerikanischen Firma Space Systems/Loral gebaut und besitzt eine geplante Lebensdauer von 15 Jahren.

Chemilly-sur-Yonne

Chemilly-sur-Yonne ist eine französische Gemeinde mit 818 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2013) im Département Yonne in der Region Burgund; sie gehört zum Arrondissement Auxerre und zum Kanton Saint-Florentin (bis 2015: Kanton Seignelay).

Chemilly-sur-Yonne liegt etwa elf Kilometer nördlich von Auxerre. Der Fluss Yonne begrenzt die Gemeinde im Nordwesten. Umgeben wird Chemilly-sur-Yonne von den Nachbargemeinden Beaumont im Norden, Seignelay im Osten und Nordosten, Gurgy im Süden und Westen sowie Chichery im Nordwesten.
Accolay | Aigremont | Aillant-sur-Tholon | Andryes | Appoigny | Arcy-sur-Cure | Augy | Auxerre | Bassou | Bazarnes | Beaumont | Beauvoir | Beine | Bellechaume | Béon | Bessy-sur-Cure | Bleigny-le-Carreau | Bléneau | Bois-d’Arcy | Bonnard | Branches | Brienon-sur-Armançon | Brion | Bussy-en-Othe | Cézy | Chablis | Chailley | Chambeugle | Champcevrais | Champignelles | Champlay | Champlost | Champs-sur-Yonne | Champvallon | Chamvres | Charbuy | Charentenay | Charmoy | Charny | Chassy | Chemilly-sur-Serein | Chemilly-sur-Yonne | Chêne-Arnoult | Cheny | Chéu | Chevannes | Chevillon | Chichée | Chichery | Chitry | Coulangeron | Coulanges-la-Vineuse | Coulanges-sur-Yonne | Courgis | Courson-les-Carrières | Crain | Cravant | Dicy | Diges | Dracy | Druyes-les-Belles-Fontaines | Égleny | Épineau-les-Voves | Escamps | Escolives-Sainte-Camille | Esnon | Étais-la-Sauvin | Festigny | Fleury-la-Vallée | Fontaines | Fontenailles | Fontenay-près-Chablis | Fontenay-sous-Fouronnes | Fontenouilles | Fontenoy | Fouronnes | Germigny | Grandchamp | Guerchy | Gurgy | Gy-l’Évêque | Hauterive | Héry | Irancy | Jaulges | Joigny | Jussy | La Chapelle-Vaupelteigne | La Ferté-Loupière | Laduz | Lain | Lainsecq | Lalande | Laroche-Saint-Cydroine | Lavau | Les Ormes | Leugny | Levis | Lichères-près-Aigremont | Lignorelles | Ligny-le-Châtel | Lindry | Looze | Lucy-sur-Cure | Lucy-sur-Yonne | Mailly-la-Ville | Mailly-le-Château | Malicorne | Maligny | Marchais-Beton | Mercy | Méré | Merry-la-Vallée | Merry-Sec | Merry-sur-Yonne | Mézilles | Migé | Migennes | Molesmes | Monéteau | Montigny-la-Resle | Mont-Saint-Sulpice | Mouffy | Moulins-sur-Ouanne | Moutiers-en-Puisaye | Neuilly | Ormoy | Ouanne | Parly | Paroy-en-Othe | Paroy-sur-Tholon | Perreux | Perrigny | Poilly-sur-Tholon | Pontigny | Pourrain | Prégilbert | Préhy | Prunoy | Quenne | Rogny-les-Sept-Écluses | Ronchères | Rosoy | Rouvray | Sacy | Sainpuits | Saint-Aubin-Château-Neuf | Saint-Aubin-sur-Yonne | Saint-Bris-le-Vineux | Saint-Cyr-les-Colons | Saint-Denis | Sainte-Colombe-sur-Loing | Sainte-Pallaye | Saint-Fargeau | Saint-Florentin | Saint-Georges-sur-Baulche | Saint-Martin-des-Champs | Saint-Martin-sur-Ocre | Saint-Martin-sur-Ouanne | Saint-Maurice-le-Vieil | Saint-Maurice-Thizouaille | Saint-Privé | Saints | Saint-Sauveur-en-Puisaye | Seignelay | Sementron | Senan | Sery | Sommecaise | Sougères-en-Puisaye | Taingy | Tannerre-en-Puisaye | Thury | Toucy | Treigny | Trucy-sur-Yonne | Turny | Val-de-Mercy | Vallan | Varennes | Venizy | Venouse | Venoy | Vergigny | Vermenton | Villecien | Villefargeau | Villefranche | Villemer | Villeneuve-les-Genêts | Villeneuve-Saint-Salves | Villevallier | Villiers-Saint-Benoît | Villiers-sur-Tholon | Villy | Vincelles | Vincelottes | Volgré

Birkhof (Schernfeld)

48.91333333333311.131388888889Koordinaten: 48° 54′ 48″ N, 11° 7′ 53″ O
Der Birkhof ist ein Gemeindeteil von Schernfeld im Landkreis Eichstätt im Regierungsbezirk Oberbayern.

Birkhof liegt nordwestlich von Eichstätt und nordöstlich von Schernfeld auf der Hochfläche der Südlichen Frankenalb an der Staatsstraße 2047.
1186 ist erstmals „Birchach“ erwähnt. 1211 schenkten die Schwestern Juta und Kunigundis ihr Erbgut dem Benediktinerinnenkloster St. Walburg in Eichstätt. Für das Kloster war der Birkhof bis zur Säkularisation ein wichtiger Grundbesitz. Hauptsächlich zur Deckung des Eigenbedarfs hielt hier das Kloster Kühe, Schweine und Schafe; außerdem gehörten Pferde und Zugochsen zum Hof. Die Kleinviehzucht des Hofes umfasste Enten, Tauben und Hühner. Der gute Ackerboden des Hofes diente zum Anbau von Getreide, Hülsenfrüchten, Krautköpfen und Hopfen. Im Jahresschnitt von 1792 bis 1801 lieferte der Birkhof dem Kloster außer dem Vieh circa 340 Metzen Weizen, 303 Metzen Korn, 450 Metzen Gerste, 300 Metzen Dinkel, 285 Metzen Hafer, 20 Metzen Erbsen, 10 Metzen Linsen, 5300 Stück Krautköpfe und 143 Pfund Hopfen. Weitere jährliche Erträge für das Kloster waren circa 350 Pfund Schmalz, 35 Pfund Butter, 30 Maß Milch und 1880 Eier.
1602 wurde in einem Visitationsbericht festgehalten: „Auf dem Pürkhoff (gibt es) Meier und Meierin, Hirte, 2 Mägde, 17 Pferde, 4 Gespanne, 1 Reitpferd, 13 Kühe, ungefähr 5 Mastkühe zur Schlachtung; sie haben eine große Landwirtschaft, der Baumeister und der Richter sind jenen Dienstboten und Mägden vorgesetzt.“ (Zititiert nach Zunker, S. 34). Um 1800 wurde der Hof von etwa 12 Festbediensteten und einer unbekannten Zahl von Tagelöhnern bewirtschaftet; sie wurden überwiegend mit Naturalien entlohnt. Insgesamt wirtschaftete man mit dem Hof nicht sehr rentabel, weshalb er wohl zeitweilig verpachtet war; überliefert ist, dass manche Felder nur einmal in 15 Jahren gedüngt wurden und manche gar nicht.
Der Blutzehent des Birkhofs (in Form von Kleinvieh oder Jungtieren) ging am Ende des Alten Reiches an den katholischen Pfarrer in Rupertsbuch; der Birkhof gehörte kirchlich zur Pfarrei Rupertsbuch. Der dem Kloster zustehende Zehent von Sappenfeld, Rupertsbuch und Workerszell – unterschiedliche Anteile am jeweiligen Groß- und Kleinzehent – wurde auf dem Birkhof eingelegt.
Infolge der Säkularisation wurde der Hof mit seinen 97 ½ Tagewerk Äckern und 30 ¾ Tagwerk Wiesen am 15./16. September 1806 unter der Leitung des Eichstätter königlichen Rentbeamten verkauft; die eingelegten Zehenten wurden am 25./26. November 1806 versteigert. Für den Erwerb des Birkhofs zahlte Anton Göldl aus Pietenfeld 10820 Gulden. Damit erzielte der Birkhof das zweithöchste Verkaufsergebnis des ehemaligen Klosterbesitzes; nur die wesentlich größere Hofmark Gempfing des Klosters erbrachte einen höheren Verkaufserlös.
Während 1830 auf dem Birkhof fünf Personen wohnten, betrug die Einwohnerzahl 1912 30 und 1983 79.
Die Hofkapelle wurde 1867 geweiht.

Walter Bacher

Walter Bacher (* 30. Juni 1893 in Halle/Saale; † nach dem 29. September 1944 im KZ Auschwitz-Birkenau) war ein deutscher sozialdemokratischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus sowie Lehrer an der Hamburger Klosterschule und der Talmud Tora Schule.

Walter Bacher bestand 1911 die Reifeprüfung am städtischen Gymnasium in Halle und studierte anschließend an der Universität Halle und in Freiburg Latein, Griechisch, Geschichte und Archäologie.
Von 1914 bis 1918 nahm er als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil und wurde dabei verwundet. Nach Kriegsende setzte er sein Studium fort. Er promovierte 1919 mit einer Arbeit über De Pausaniae studiis Homericis. Von 1919 bis 1927 war er Lehrer an verschiedenen Gymnasien in Merseburg und Berlin und außerdem zeitweise als Hauslehrer tätig.
Er wurde Jugendsekretär beim Allgemeinen freien Angestelltenbund und Mitglied in der SPD. Er engagierte sich unter anderem in der Sozialistischen Arbeiterjugend und in der sozialdemokratischen Volksheim-Bewegung.
1927 erhielt er an einer Oberschule für Mädchen, der Klosterschule in Hamburg, eine feste Anstellung. Dort unterrichtete er Latein, Griechisch, Deutsch und Geschichte. Auf seine Initiative hin wurde ein altsprachlicher Gymnasialzweig eingerichtet. Am 2. Juli 1929 heiratete er seine Kollegin Clara Haurwitz.
1933 wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. Er beteiligte sich am sozialdemokratischen Widerstand in Hamburg und hatte Kontakt zu einer Widerstandsgruppe, die antifaschistische Flugblätter verfasste und gefährdeten Personen die Flucht nach Dänemark ermöglichte. Selbst zu emigrieren, lehnte er ab, spätere Bemühungen, aus Deutschland herauszukommen, scheiterten. Um weiterhin die Möglichkeit zu haben, im antifaschistischen Sinn zu unterrichten, war er ab 1935 zunächst aushilfsweise an der Hamburger Talmud Tora Schule beschäftigt. Er trat 1935 in die Jüdische Gemeinde Hamburg ein. 1938 erhielt er eine Festanstellung. „In den letzten Jahren der jüdischen Schule in Hamburg gehörte Bacher zu den wenigen Lehrern mit akademischer Ausbildung, die nicht emigriert waren. Er nahm bis zuletzt unter bedrückendsten Verhältnissen eine außerordentliche Arbeitslast auf sich, um einen qualifizierten wissenschaftlichen Unterricht in der Oberstufe zu ermöglichen.“ Im Frühsommer 1942 musste Bacher mit seiner Familie in ein „Judenhaus“ umziehen und am 19. Juli 1942 wurden sie ins Ghetto Theresienstadt deportiert. Von dort gingen sie am 29. September 1944 auf einen Transport in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.

Metro Toronto Convention Centre

Das Metro Toronto Convention Centre ist ein Messe- und Veranstaltungszentrum in der kanadischen Millionenstadt Toronto. Das in der südlichen Innenstadt gelegene Zentrum in der Front Street wurde im Oktober 1984 fertiggestellt und bietet eine Gesamtfläche von 56.000 m² (600.000 square feet). Die Ausstellungsfläche ist 43.000 m² (460.000 square feet) groß und bietet neben zwei Ballräumen insgesamt 64 Konferenzsäle. Teil des Convention Centre ist das 1330 Sitze fassende John Bassett Theatre. Bei großen Veranstaltungen wird das benachbarte Rogers Centre für die Austragung ebenfalls genutzt.
Zum Metro Toronto Convention Centre gehört ein 78 Meter hohes Hotelgebäude und das 15-stöckige CN Building. Mit der Union Station ist das Zentrum über eine Fußgängerbrücke verbunden. Im Zentrum fanden internationale und große Veranstaltungen statt, wie die G7-Konferenz 1988, das NHL Entry Draft 1985 oder die XVI Internationale AIDS-Konferenz 2006. Darüber hinaus werden regelmäßig Fernsehproduktionen im Convention Centre aufgenommen.
Zwischen dem 26. bis zum 27. Juni 2010 fand im Metro Toronto Convention Centre der G20-Gipfel statt. Dort fanden sich die Vertreter der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer, u.a. die Vereinigten Staaten, Japan, Kanada, Vereinigtes Königreich, Volksrepublik China, Deutschland, die Europäische Union, Frankreich, Australien, Brasilien, Türkei zusammen.
43.644417-79.386702Koordinaten: 43° 38′ 39,9″ N, 79° 23′ 12,1″ W

Kapuzinerkloster Meran

Das Kapuzinerkloster Meran wurde 1617 geweiht und besteht bis heute.
Der Bischof von Chur, Johannes Flugi, unterstützte 1610 den Kapuzinerorden bei seinem Vorhaben, zwei weitere Klöster in Tirol zu gründen, eines in Meran und das andere in Mals.
Im Landesfürsten von Tirol, Erzherzog Maximilian, einem Verfechter der Gegenreformation, hatte er einen gewichtigen Unterstützer.
Obwohl der Meraner Magistrat gegen ein Kapuzinerkloster war (daß ohnehin viel Arme hier seien, und daß man also die Kapuziner zu deren Vermehrung derselben nicht brauche), wurde er gedrängt, 300 Pfund zum Klosterbau beizusteuern. Diese Kosten wurden durch eine Sondersteuer auf Fleisch eingetrieben.
1616 wurde mit dem Bau begonnen, 1617 wurde das Kloster dem Hl. Maximilian geweiht. Zwischen 1715 und 1717 wurde es umgebaut und erweitert.
Während der bayerischen Besatzung Tirols wurde das Kloster 1808 aufgelöst und versteigert, jedoch bald darauf wieder als Kloster geführt.
Heute sind die Kapuziner von Meran hauptsächlich in der Krankenhausseelsorge tätig, die Kapuzinerstiftung Liebeswerk unterhält ein Wohnheim für Jugendliche und betreibt ein Biorestaurant.
46.67411.158Koordinaten: 46° 40′ 26,4″ N, 11° 9′ 28,8″ O

Erwin Waßner

Erwin Waßner (* 1. März 1887 in Rendsburg; † 24. August 1937 in Den Haag) war ein deutscher Marineoffizier, zuletzt Konteradmiral und Marineattaché.

Waßner trat am 1. April 1906 als Seekadett in die Kaiserliche Marine ein, absolvierte seine Schiffsausbildung auf der Kreuzerfregatte SMS Stein und kam dann an die Marineschule. Anschließend erfolgte am 1. Oktober 1908 seine Versetzung auf das Linienschiff SMS Wittelsbach und seine Beförderung zum Leutnant zur See am 30. September 1909. Zwei Jahre lang versah er dann bis 30. September 1912 Dienst auf dem Linienschiff SMS Posen. Oberleutnant zur See (seit 19. September 1912) Waßner wurde dann bis Dezember 1913 in die deutsche Kolonie Kamerun versetzt und tat dort als Wachoffizier Dienst auf dem Kanonenboot SMS Eber. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland erfolgte seine Verwendung als Kompanieoffizier in der II. Torpedo-Division. Am 16. März 1914 kam er als Wachoffizier auf das Torpedoboot SM V 158 und verblieb hier nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Von Juni bis Ende August 1915 erfolgte eine Kommandierung zur U-Boot-Ausbildung. Im Anschluss daran übernahm er als Kommandant für einen Monat SM U 32. Dann kam er zur U-Boot-Flottille Flandern und kommandierte in der Folge die Boote SM UC 3, SM UB 38, SM UC 69, SM UB 59 und SM UB 117. Als U-Boot-Kommandant versenkte er insgesamt 90 Schiffe mit rund 135.500 BRT. Der bereits am 13. Juli 1916 zum Kapitänleutnant beförderte Waßner wurde am 16. August 1918 zunächst zur Verfügung des Führers der U-Boote Flandern gestellt und kam dann zur Inspektion der U-Boote.
Nach Kriegsende erfolgte seine Übernahme in die Reichsmarine, und Waßner diente zunächst als Kompaniechef in der IV. Marineartillerieabteilung in Cuxhaven, später in der III. Marineartillerieabteilung in Swinemünde. Von März 1921 bis Januar 1925 gehörte er dem Marinekommandoamt an. Danach war er Kommandant des Segelschulschiffs Niobe. In dieser Dienststellung wurde er am 1. August 1925 zum Korvettenkapitän befördert. Vom 3. Januar bis zum 23. September 1927 war er Navigationsoffizier auf dem alten Linienschiff Elsass. Danach erfolgte seine Versetzung zur Marinestation der Ostsee, wo er anfänglich als Adjutant, später als Erster Admiralstabsoffizier diente. Am 1. Juli 1930 wurde er Fregattenkapitän und am 26. September 1931 übernahm er als Kommandant den Leichten Kreuzer Karlsruhe. In dieser Dienststellung wurde Waßner am 1. Oktober 1932 zum Kapitän zur See befördert.
Am 8. Dezember 1932 gab Waßner das Kommando über den Kreuzer wieder ab. Er wurde kurzzeitig zur Verfügung gestellt und erhielt von Januar bis März 1933 eine Einweisung für seine nächste Verwendung als Marineattaché. Am 1. April 1933 trat er seinen neuen Posten an der Deutschen Botschaft in London an. Am 1. Oktober 1936 wurde er zum Konteradmiral befördert. Er war der erste deutsche Marineattaché in London nach dem Ersten Weltkrieg und erwarb sich große Verdienste um die Gestaltung der deutsch-englischen Flottenbeziehungen und damit den Aufbau der deutschen Kriegsmarine.
Er starb auf einer Dienstreise in den Niederlanden.
Ihm zu Ehren stellte die Kriegsmarine am 29. März 1939 das U-Boot-Begleitschiff Erwin Waßner in Dienst.

Großer Preis von Großbritannien 1958

Der Große Preis von Großbritannien 1958 fand am 19. Juli 1958 auf dem Silverstone Circuit bei Silverstone statt und war das siebte Rennen der Automobil-Weltmeisterschaft 1958.

Nach dem Karriereende von Juan Manuel Fangio gab es für den Rest der Saison keinen Weltmeister mehr im Fahrerfeld, einen Zustand der noch bis zum Ende der Automobil-Weltmeisterschaft 1959 anhielt und im Anschluss erst in der Formel-1-Weltmeisterschaft 1994 wieder eintrat. Zuvor gab es diesen Fall nur in der Automobil-Weltmeisterschaft 1950, der ersten Automobil-Weltmeisterschaft.
Nach dem tödlichen Unfall von Luigi Musso beim Großen Preis von Frankreich 1958 trat Ferrari nur noch mit drei Wagen an, Peter Collins, dessen Stammplatz bei der Scuderia Ferrari in Frage stand, war von diesem Rennen an wieder ein festes Teammitglied. Neben Collins fuhren Mike Hawthorn und Wolfgang Graf Berghe von Trips für Ferrari.
Während B.R.M. und Vanwall mit unveränderter Fahrerpaarung an den Start ging, gab es Änderungen bei Lotus und Cooper. Ian Burgess fuhr sein erstes Formel-1-Rennen für Cooper, bei Lotus debütierte Alan Stacey. Für Stacey und seinen Teamkollegen Graham Hill wurde jeweils der neue Lotus 16 eingesetzt, Cliff Allison fuhr noch mit dem Vorgängermodell Lotus 12.
Erneut starteten mehrere Fahrer mit privaten Wagen, Maurice Trintignant fuhr für das Rob Walker Racing Team in einem älteren Cooper T43, mit dem das Team die ersten beiden Saisonrennen gewann. Die Scuderia Centro Sud war mit zwei Maserati 250F für den Großen Preis von Großbritannien 1958 gemeldet, Carroll Shelby und Gerino Gerini waren die Fahrer. Außerdem trat Jo Bonnier in einem privaten Maserati 250F beim Rennen an. Der spätere Formel-1-Chef, Bernie Ecclestone versuchte nach dem Großen Preis von Monaco 1958 sich ein zweites und letztes Mal für einen Grand Prix zu qualifizieren. In seinem eigenen Team, mit zwei gekauften Connaught Type B, und den Teamkollegen Jack Fairman und Ivor Bueb war er für das Rennen gemeldet.
In der Fahrerwertung lag Hawthorn gleichauf mit Vanwall-Fahrer Stirling Moss, in der Fahrerwertung führte Ferrari mit sechs Punkten Vorsprung vor Vanwall. Ferrari gewann den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone in den Jahren zuvor fünfmal in Folge, es nahm allerdings kein ehemaliger Sieger dieses Rennens teil.
Das Training zum Großen Preis von Großbritannien 1958 verlief ausgeglichen zwischen den Top-Teams. Fünf verschiedene Wagen qualifizierten sich auf den ersten fünf Startplätzen, schnellster Fahrer war Moss im Vanwall. Für Vanwall war dies die dritte Pole-Position der Saison, für Moss die erste. Neben Moss qualifizierte sich Harry Schell im B.R.M. für die erste Startreihe, Roy Salvadori im Cooper wurde dritter. Auf Platz vier, mit einer Sekunde Rückstand auf die Pole-Zeit qualifizierte sich Hawthorn, Moss größter Rivale im Duell um den Fahrertitel. Allison, der die gleiche Zeit wie Hawthorn fuhr, wurde Fünfter, da er seine schnellste Zeit nach Hawthorn aufstellte. Erneut bewies er, dass der ältere Lotus 12 schneller als sein Nachfolger, der Lotus 16 war, denn Hill qualifizierte sich lediglich auf Platz 14, Stacey wurde hingegen sogar Letzter in der Startaufstellung.
Im Mittelfeld belegte Collins Platz sechs vor Lewis-Evans auf Vanwall und Jean Behra auf B.R.M. Moss Teamkollege Tony Brooks und Cooper-Fahrer Jack Brabham komplettierten die ersten Zehn. Bester Fahrer derjenigen mit privaten Wagen war Trintignant auf Startplatz 12. Für das Ecclestone Team qualifizierten sich sowohl Bueb als auch Fairman. Bernie Ecclestone selbst fuhr keine Zeit im Training, überließ seinen Wagen Fairman und beendete im Anschluss seine kurze Karriere als Fahrer. Er konzentrierte sich in den folgenden Jahrzehnten auf seine Rolle als Teamchef.
Das Startduell entschied Collins für sich, von Platz sechs startend überholte er fünf Kontrahenten bereits in der ersten Rennrunde und führte das Rennen anschließend bis zur Zieldurchfahrt an. Moss belegte nach der ersten Rennrunde den zweiten Platz, vor Hawthorn, Brooks, Schell und Salvadori die sich um Position drei duellierten. In den folgenden Runden setzte sich Collins kontinuierlich von seinen Kontrahenten ab, hinter ihm lag Moss vor Hawthorn, währenddessen Schell und Salvadori den Anschluss an die ersten drei Wagen verloren.
Den ersten Ausfall des Rennens gab es in Runde sieben. Fairman schied mit einer defekten Zündung aus. Anschließend begannen technische Probleme bei den Wagen von Lotus aufzutreten, Hill schied in Runde 17 aus, Stacey folgte nur zwei Runden später. Wie schon bei seinem Teamkollegen Hill zuvor, resultierte in Runde 21 fehlender Öldruck zum Rennende für Allison, wodurch alle drei Lotus Wagen ausgeschieden waren. In Runde 19 streikte das Getriebe von Bueb, wodurch auch das Team von Ecclestone keinen Wagen ins Ziel brachte. In der gleichen Runde überfuhr Behra einen Hasen, der die Strecke überquerte und fing sich damit einen Plattfuß ein, der ihn zum frühzeitigen Rennende zwang. Die Ausfallserie wurde dann in Runde 25 fortgesetzt, Moss erlitt auf Position zwei liegend einen Motorschaden.
Durch den Ausfall von Moss fuhr Collins ein ungefährdetes Rennen auf Platz eins, hinter ihm lag sein Teamkollege Hawthorn, der jedoch einige Runden später einen Boxenstopp benötigte um Öl nachzufüllen. Lewis-Evans hatte sich bis auf Platz drei vorgekämpft, verlor diese Position jedoch an Salvadori. Hawthorn kam nach seinem Boxenstopp knapp vor Salvadori zurück auf die Strecke, er hielt Platz zwei jedoch bis zum Rennende, da Salvadori sich im Zweikampf mit Lewis-Evans behaupten musste. Mit Burgess, Gerini, Bonnier und Trips schieden weitere vier Fahrer aus, lediglich neun Fahrer erreichten das Ziel.
Für Collins war es der dritte und letzte Sieg seiner Karriere. Ein Rennen später, beim Großen Preis von Deutschland 1958 verunfallte er tödlich. Für Ferrari war es der zweite Sieg in Folge, doch der letzte in der Formel-1-Saison 1958. Außerdem war dies der letzte Sieg für den Reifenhersteller Englebert. Ferrari beendete mit dem Großen Preis von Großbritannien 1958 eine Siegesserie von sechs Siegen in Folge auf dieser Strecke, die beim Großen Preis von Großbritannien 1951 mit dem ersten Ferrari-Sieg ihrer Teamgeschichte begann. Den nächsten Sieg in Silverstone erreichte Ferrari erst wieder Jahrzehnte später, als Alain Prost den Großen Preis von Großbritannien 1990 gewann.
Hawthorn hatte im Ziel 24 Sekunden Rückstand auf Collins, übernahm mit Position zwei jedoch die Führung in der Fahrerwertung. Durch den zusätzlichen Punkt für das Fahren der schnellsten Rennrunde baute Hawthorn somit seinen Vorsprung auf Moss auf sieben Punkte aus. Collins verbesserte sich durch den Sieg auf Platz drei. Salvadori komplettierte das Podium, seine erste von insgesamt zwei Podest-Platzierungen. Lewis-Evans auf Platz vier und Schell auf Platz fünf erhielten ebenfalls Punkte. Wie im Rennen zuvor, verpasste Brabham die Punkteränge mit Position sechs knapp. In der Konstrukteurswertung blieben alle Platzierungen unverändert, Ferrari baute den Vorsprung auf Vanwall auf 11 Punkte aus. Bei noch vier ausstehenden Saisonrennen waren beide Wertungen völlig offen und jeder hatte noch die theoretische Möglichkeit Weltmeister zu werden.
Anmerkungen
Die ersten fünf des Rennens bekamen 8, 6, 4, 3, 2 Punkte. Der Fahrer mit der schnellsten Rennrunde erhielt zusätzlich 1 Punkt. Es zählten nur die sechs besten Ergebnisse aus elf Rennen. In der Konstrukteurswertung zählten nur die Punkte des bestplatzierten Fahrers eines Teams.
1926 | 1927 | — | 1948 | 1949 | 1950 | 1951 | 1952 | 1953 | 1954 | 1955 | 1956 | 1957 | 1958 | 1959 | 1960 | 1961 | 1962 | 1963 | 1964 | 1965 | 1966 | 1967 | 1968 | 1969 | 1970 | 1971 | 1972 | 1973 | 1974 | 1975 | 1976 | 1977 | 1978 | 1979 | 1980 | 1981 | 1982 | 1983 | 1984 | 1985 | 1986 | 1987 | 1988 | 1989 | 1990 | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015
Argentinien | Monaco | Niederlande | Indianapolis | Belgien/Europa | Frankreich | Großbritannien | Deutschland | Portugal | Italien | Marokko