iz3w

iz3w bezeichnet das informationszentrum 3. welt in Freiburg im Breisgau. Dies ging aus der 1968 gegründeten Aktion 3. Welt (ADW) hervor.
Das informationszentrum 3. welt hat mehrere Schwerpunkte. Eine Haupttätigkeit liegt in der Herausgabe der gleichnamigen Zeitschrift iz3w (früher: blätter des informationszentrums 3. welt). Die iz3w erscheint seit 1970 und ist damit neben der afrika süd (Bonn) eine der ältesten unabhängigen entwicklungspolitischen Zeitschriften in Deutschland. Sie ist in Bibliotheken, einigen Buchläden, Bahnhofsbuchhandlungen und Dritte-Welt-Läden in Deutschland, Österreich und der Schweiz erhältlich und auch online bestellbar. Jährlich erscheinen sechs Ausgaben der Zeitschrift (bis 2007 acht). Der Fokus der Zeitschrift richtet sich auf Themen wie Globalisierung, Rassismus, Entwicklungspolitik und Ökologie und beleuchtet darüber hinaus medien- und kulturpolitische Aspekte. Diese und andere Themenbereiche werden im Lichte des Verhältnisses zwischen Nord und Süd analysiert, denn trotz aller Verschiebungen der jüngsten Zeit stellt dieses weiterhin einen Angelpunkt der politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen dar.
Die iz3w versteht sich keineswegs als „neutrale“ Quelle für Informationen und Analysen zum Weltgeschehen. Vielmehr kritisiert sie die Ordnung einer Welt, die sie nicht für die beste aller denkbaren hält – eine Welt, die zwar genügend materielle Möglichkeiten geschaffen hat, um allen Menschen ein vernünftiges Leben garantieren zu können, in der stattdessen jedoch bis heute Milliarden in Elend und Unterdrückung leben. Sie will sich nicht abfinden mit Verhältnissen, die nur für einen kleinen Teil der Weltbevölkerung komfortabel sind, während gleichzeitig die Marginalisierung der Menschen fortschreitet, die für den Kapitalismus überflüssig und nutzlos geworden sind. Die sich regional wie global äußernden Unterschiede zwischen Verlierern und Gewinnern der bestehenden Weltordnung treten in den Verhältnissen zwischen Nord und Süd noch immer besonders deutlich zutage. Sie werden aber immer mehr verdeckt von harmonisierenden Begriffen wie „Eine Welt“, „Multikulturalität“, „Chancen des Weltmarkts“, „Universalität von Demokratie und Menschenrechten“ oder „internationaler Vernetzung“ und „Zivilgesellschaft“.
Die Zeitschrift ist eine Kooperationspartnerin des Internetportals Linksnet.
Ein weiterer Fokus liegt in der Sammlung von Zeitschriften, Zeitungen und Broschüren, die in einem Archiv der Öffentlichkeit zugänglich sind. Das Archiv ist Teil der „Kooperation Dritte Welt Archive – Archiv³“. Seit 1998 gibt es das Projekt FernWeh – Forum Tourismus & Kritik im iz3w. Es befasst sich mit Dritte-Welt-Tourismus, dessen sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Folgen und dem Blick auf das bzw. die „Fremde“. Seit Ende 2005 arbeitet das Projekt freiburg-postkolonial.de, das der Aufarbeitung der lokalen Kolonialgeschichte gewidmet ist, aber auch zahlreiche allgemeine Hintergrundtexte zum deutschen Kolonialismus und späteren Entwicklungen in den ehemaligen Kolonien bereitstellt.
Außerdem bietet das Projekt fernsicht (ehemals AG Bildung) seit 2008 Projekttage zu Themen der iz3w an Schulen und Jugendbildungseinrichtungen an. Bislang gab es Projekttage zu den Themen „Respect! Menschenrechte“, „No War – Frauen und Jugend im Krieg und für den Frieden“ sowie „Make it Happen – Lebensrealitäten in Südafrika abseits der WM“.
In loser Reihenfolge werden Bücher und Sonderausgaben herausgegeben. Weiterhin werden beispielsweise Lesungen mit Dichtern und Schriftstellern Asiens, Lateinamerikas und aus Afrika initiiert.
Das iz3w finanziert sich durch die Erlöse, die der Verkauf der Zeitschrift einbringt, Spenden und Zuschüsse von Stiftungen und anderen Geldgebern.
„… Symbiose aus Empathie und Coolness (…) intelligent-undogmatische Freiburger Sehenswürdigkeit.“ taz
„… meinungsbildend in der linken Gegenöffentlichkeit.“ Frankfurter Rundschau
„Das Heft ist ein wohltuendes Antidot gegen die Mischung aus Halbwissen, Google-Recherche und haltlosen Behauptungen, die derzeit in den Medien vorherrschen.“ Mark Terkessidis, Autor
„Eine der wichtigsten unabhängigen Zeitschriften zu Nord-Süd-Themen (…) Konstant sind das Bekenntnis zum Internationalismus und das Primat der Analyse gegenüber der Parole.“ Neues Deutschland
„…so lange die iz3w weiter fest zubeißt, ist alles nur halb so schlimm.“ Albrecht Kieser, Rheinisches JournalistInnenbüro
47.9897.84144Koordinaten: 47° 59′ 20″ N, 7° 50′ 29″ O

William Kristol

William „Bill“ Kristol (* 23. Dezember 1952 in New York City) ist ein US-amerikanischer politischer Kommentator und Kolumnist.
Kristol ist Sohn von Irving Kristol und dessen Gattin Gertrude Himmelfarb. Er wird, wie sein Vater, zu den bedeutendsten Protagonisten des Neokonservatismus in den USA gezählt. Kristol setzt sich leidenschaftlich für Israel ein und plädiert für die militärisch gestützte Hegemonie der USA weltweit sowie für die umfassende Revision des Völkerrechts (s. Neue Weltordnung). Bereits seit 1991 sprach er sich vehement für die Entmachtung Saddam Husseins aus, den er – wie er im Gespräch mit Charles Krauthammer offenbarte – lieber tot als interniert gesehen hätte.

Kristol wuchs in Manhattan auf. Der promovierte Politikwissenschaftler, dessen Interesse an politischen Themen bereits im Alter von zwölf Jahren erwachte (damals unterstützte er Daniel Patrick Moynihan bei dessen Kandidatur für den Stadtrat), absolvierte seine akademische Ausbildung an der Harvard University.
Wie viele Neokonservative stand er zunächst den Demokraten nahe; unter anderem unterstützte er Hubert H. Humphrey und „Scoop“ Jackson in deren Wahlkämpfen. Jackson galt als ausgewiesener Falke und Bellizist und wurde wegen seiner sehr engen Beziehungen zum größten US-Luftfahrtskonzern „Senator from Boeing“ genannt; für den „rightwinger’s rightwinger“ der Demokraten arbeitete etwa zeitgleich auch Richard Perle. 1976 wechselte Kristol zu den Republikanern, worin ihm Mitte der 1970er Jahre viele Neocons folgten. Er lehrte kurze Zeit Politik an der University of Pennsylvania und an der Kennedy School of Government der Harvard-Universität. Ab 1985 arbeitete er während der Präsidentschaft von Ronald Reagan im US-Bildungsministerium unter Minister William Bennett, wo er bald zum Stabschef aufstieg. Nach der Wahl von George Bush zum US-Präsidenten 1988 wurde Kristol Stabschef des Vizepräsidenten Dan Quayle, womit er zum Executive Office des Präsidenten gehörte. In Anspielung auf Quayles oft als unterentwickelt bezeichnete rhetorische und intellektuelle Fähigkeiten (er war der bei weitem meist karikierte und persiflierte Politiker jener Jahre; u.a. gab es parodistische TV-Shows) verspottete die den Demokraten nahestehende Zeitschrift The New Republic Kristol als „Dan Quayle’s Brain“.
Nach der Niederlage Bushs 1992 wurde er Fernsehkommentator bei ABC. Angeheuert hatte ihn Dorrance Smith, der ehemalige Communications Director des abgewählten Bush sen. 1994 wandte er sich an Rupert Murdoch mit dem Ansinnen, sein geplantes konservatives Magazin The Weekly Standard zu verlegen. 1998 verlor Kristol seinen Job bei „This Week“ von ABC; er ließ sich von anderen TV-Networks beschäftigen und startete eine lukrative Karriere als Redner. Kristol war Vorsitzender des Project for the Republican Future von 1993 bis 1994, 1993 war er zudem bei der Lynde and Harry Bradley Foundation in Milwaukee tätig, die u.a. konservative Denkfabriken wie das American Enterprise Institute finanziert. William Kristol saß in der zweiten Hälfte der 90er Jahre auch zwei Jahre lang in einem Beraterkomitee für den damals in arge Turbulenzen geratenen Konzern Enron, das vom damaligen Vorstandsvorsitzenden Kenneth Lay einberufen worden war.
Kristol war zusammen mit Robert Kagan auch Mitbegründer und stellvertretender Direktor des Project for the New American Century (PNAC). Schon vorher hatte er maßgeblichen Anteil an der Ausarbeitung und -formulierung der federführend von Paul Wolfowitz verantworteten Bush-Doktrin. In seinem zusammen mit Kagan in der weltweit als führend geltenden Fachzeitschrift „Foreign Affairs“ im Juli/August 1996 veröffentlichten Beitrag Toward a Neo-Reaganite Foreign Policy sahen viele die „Blaupause“ der Politik von Präsident George W. Bush. 1997 riefen die beiden Autoren das PNAC ins Leben, das 2006 aufgelöst wurde. Seine Nachfolgeorganisation Foreign Policy Initiative (FPI) gründete William Kristol 2009 und gehört seitdem ihrem Aufsichtsrat an.

Frieden von Utrecht (1474)

Der Frieden von Utrecht wurde 1474 in Utrecht zur Beendigung des 1469 begonnenen Hansisch-Englischen Krieges zwischen der Hanse und England geschlossen.
Das Eindringen englischer Kaufleute, der Merchant Adventurer, in den Ostseeraum (Umlandfahrer) und die ständigen Drangsalierungen des Stalhof, des Kontors der Hansestädte in London, durch die englische Krone führte 1470 zu einem gemeinsamen Krieg der Städte des Wendischen und des Preußischen Viertels der Hanse. Dieser Krieg wurde als Seekrieg in Form eines Kaperkrieges geführt. Bekanntestes Schiff dieses Seekrieges ist die von dem Kapitän Paul Beneke geführte Peter von Danzig. Der Frieden von Utrecht brachte für die Hansestädte unter der Verhandlungsführung des Lübecker Bürgermeisters Hinrich Castorp und des Lübecker Syndicus Johannes Osthusen einen günstigen Abschluss: Das Vordringen englischer Fernkaufleute in den Ostseeraum und deren Handlungsspielräume dort wurden eingeschränkt, der Stalhof in London gesichert und die Privilegien der Hanse dort weitgehend bestätigt. Das Ergebnis förderte auf Jahre den Tuchhandel der hansischen Städte. Für das durch die Rosenkriege krisengeschüttelte England unter König Eduard IV. von England wurde die Sicherheit des Seeverkehrs wiederhergestellt.