Herberhausen (Göttingen)

51.5396099.985199Koordinaten: 51° 32′ 23″ N, 9° 59′ 7″ O
Herberhausen im Stadtgebiet von Göttingen
Herberhausen ist ein östlicher Stadtteil der Universitätsstadt Göttingen.

Herberhausen liegt östlich der Göttinger Innenstadt im Tal der Lutter im westlichen Zentrum des Göttinger Waldes. Dieser umschließt die Gemarkung des Dorfes und der weiteren Göttinger Ortsteile Nikolausberg und Roringen auf allen Seiten bis auf das Luttertal, das nordwestlich Herberhausens ins Leinetal mündet. Die Entfernung zwischen der Kirche von Herberhausen und dem Alten Rathaus von Göttingen beträgt in Luftlinie rund 3,5 km. Die mittlere Höhenlage des Dorfes ist ca. 240 m ü. NN.
Verkehrsmäßig ist Herberhausen durch eine Stichstraße an die Bundesstraße 27 und die Herzberger Landstraße angebunden, die im Luttertal bei der „Knochenmühle“ nordwestlich des Ortes zusammenführen, außerdem ist Herberhausen mit der Buslinie 91/92 zu erreichen.
Bis ins 14. Jahrhundert ist für Herberhausen die Namensform Herborgehusen bzw. Herbergehusen überliefert. Erst am Ende des 14. Jahrhunderts setzt sich die gekürzte Namensform Herberhusen durch. Nach dem 16. Jahrhundert tauchen zunehmend Belege mit der hochdeutschen Namensform auf -hausen auf. Es handelt sich um einen der im südniedersächsischen Raum sehr zahlreichen Hausen-Orte. Der erste Bestandteil ist, wie bei diesen Orten üblich, ein Personenname, hier der weibliche Name Her(i)burg(a). In der niederdeutschen Varietät des Landkreises Göttingen hieß der Ort Helperhûsen bzw. Helpĕrshūsën.
Herberhausen wird erstmals im Jahre 1293 in einer Urkunde schriftlich erwähnt, das Dorf ist allerdings sicher deutlich älter. Es gehörte wahrscheinlich großenteils zum Besitz der Esikonen und gelangte über den aus der Familie der Grafen von Reinhausen stammenden Bischof Udo an das Bistum Hildesheim. Ende des 14. Jahrhunderts wurde Herberhausen zum Stadtdorf von Göttingen, denn im Jahre 1372 belehnten die Herren von Gladebeck als Ministerialen des Bischofs von Hildesheim den Göttinger Ratsherrn Klingebil mit Gericht, Vogtei, Zinsen, Diensten usw. zu Herberhausen, und 1376 erhielt die Stadt Göttingen diese Rechte als ewiges Mannlehen vom Hildesheimer Bischof selbst verliehen. Nach einer deutlichen Einwohnerzunahme im 19. Jahrhundert erweiterte sich nach dem Zweiten Weltkrieg auch das bebaute Gebiet des Dorfes und die Infrastruktur. Am 1. April 1963 wurde Herberhausen auf eigenen Wunsch von der Stadt Göttingen eingemeindet.
Die Kirche St. Cosmas und Damian ist aus Kalk-Bruchsteinen errichtet und für vergleichbare Dörfer der Region relativ groß. Der Westturm wurde im Mittelalter errichtet, wahrscheinlich in der Zeit um 1300. Das Schiff ist wohl im Kern im 15. Jahrhundert erbaut worden, im 18. Jahrhundert wurden zumindest das Dach und die Fenster- und Türgestaltung geändert, die Kirche wurde als Saalkirche umgestaltet. Im 19. Jahrhundert erfolgte der Anbau einer Sakristei, bevor das Kirchenschiff 1958/59 nach Norden erweitert wurde.
Der dreieckige Thieplatz des Dorfes liegt gegenüber der Kirche. Aus Kalk-Bruchsteinen ist eine ringsum verlaufende Mauer errichtet, die die Anlage eines etwas erhöhten, ebenen Platzes am Hang ermöglicht. Die Bebauung um den Thieplatz herum vermittelt ein nahezu ungestörtes Bild dörflicher Fachwerkbauten aus der Zeit um 1800.
Im Forststeinbruch etwa 1 Kilometer östlich von Herberhausen liegt der Meeresboden aus der Zeit von vor 240 Millionen Jahren zutage. Damals befand sich hier das Muschelkalkmeer, ein Nebenmeer der Tethys. Zu sehen sind die am Meeresboden durch Strömungseffekte entstandenen Rippelmarken. Der Steinbruch ist offiziell gesperrt, es werden jedoch Führungen durch das Stadtforstamt bzw. das Geowissenschaftliche Zentrum der Universität angeboten.
In unmittelbarer Ortsnähe steht auf einem als Naturdenkmal ausgewiesenen Hügel der Kartoffelstein. Dieser Gedenkstein wurde 1852 als Dank für eine reiche Kartoffelernte nach mehreren Missernten in Folge errichtet.
Herberhausen ist durch seine Lage als Naherholungsziel für Spaziergänge und Wanderungen geeignet. Auf dem Gebiet des Stadtteils befindet sich der Hügel Kartoffelstein, der als Naturdenkmal ausgewiesen ist. Ebenfalls gibt es im Stadtteil ein Landgasthaus sowie eine Dorfschänke.
Einwohnerzahl (2009): 1698, davon 1574 mit Hauptwohnsitz
Fläche der Gemarkung: 1523 ha (überwiegend Wald)
Deppoldshausen | Elliehausen | Esebeck | Geismar | Grone | Groß Ellershausen | Herberhausen | Hetjershausen | Holtensen | Innenstadt | Knutbühren | Nikolausberg | Nordstadt | Oststadt | Roringen | Südstadt | Weende | Weststadt